Montag, 26. Juni 2017

Überlegungen zur Impfdiskussion/ Impfpflicht

Grundsätzliches zur Impfdiskussion:

Es gibt keinen sachlichen und fachlichen Grund, Impfungen als probates Mittel der Prophylaxe grundsätzlich abzulehnen oder gar zu verdammen.

Impfungen sind Mittel der Prophylaxe, das bedeutet sie finden ihren Einsatz aus rein statistischen Gründen, die eine Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Falles vorhersagen wollen. Eine Aussage auf die jeweilige konkrete Person bezogen ist nach den Kenntnissen heute nicht möglich. Auch betreffend der Risiken der jeweiligen Impfung ist nur eine statistische Wahrscheinlichkeit zu benennen. Keine auf die jeweilige Person zu treffende Aussage des tatsächlichen oder nur wahrscheinlichen Eintretens eines negativen Ereignisses – und ggf. welchen. In wenigen Fällen lässt sich konkret auf die Person bezogen feststellen, ob einen erhöhte Wahrscheinlichkeit eines schwereren Verlaufes der vorzubeugenden Infektionskrankheit oder schwererer Impfreaktionen, über die Folgen eines Stiches oder „Unpässlichkeiten“ hinaus, besteht. Das muss nicht das sichere Eintreten dieser Folgen bedeuten.

Grundsätzlich hat eine Impfung NUR am Gesunden zu erfolgen, wenn es um reine Prophylaxe geht.
Der besondere Schutz von besonders anfälligen oder aufgrund von Vorerkrankungen besonders durch die vorzubeugende Krankheit konkret gefährdeten Personen kann davon eine Ausnahme darstellen, die aber nicht zur Regel gemacht werden darf. Fachliche Abklärung in besonders sorgfältige Weise ist notwendig zum Eine zur Feststellung der Gesundheit zum anderen zur Feststellung und Abwägung, ob im Erkrankungsfall geimpft werden kann/sollte.

Da es sich um keine notwendige therapeutische Maßnahme bei bestehender Krankheit handelt, sondern nur um ein prospektives theoretisches Abwägen von Wahrscheinlichkeiten ist der Entscheidungsfreiheit als Grundrecht besonderes Gewicht zu geben. Dazu bedarf es des Abwägen Könnens der Wahrscheinlichkeiten und der Kenntnisse der möglichen Krankheits- oder Impffolgen durch den, der geimpft werden will/soll oder das ablehnt. Das geht nur mit umfassenden (verständlichen) Informationen und ohne Angstmacherei oder Gewissensdruck.

Der Umstand, dass jemand an Impfungen verdienen könnte, kann sachlich-fachlich zutreffende Argumente nicht entkräften. Das Verschweigen von bekannten Umständen und Risiken mag im Interesse von Firmen nach den Regeln der Kapitalgesellschaften und des geschäftlichen Gewinninteresses zulässig sein. Ist man der Heilkunde verpflichtet und dem Patienteninteresse, das immer auf der Basis der Entscheidungsfreiheit nach umfassender Aufklärung gesehen werden muss, darf das KEINE Rolle spielen. Gesundheit darf nie zur Handelsware verkommen!

Im Patientenschutzinteresses, höheres Rechtsgut als die Berufsfreiheit, wäre eine Trennung des Heilberufes von – auch nebenberuflichen – Interessen in der Wirtschaft muss wieder streng zu fordern. Vage Selbstbeschränkung der Betroffenen reicht nicht!

Es ist nicht einzusehen, warum es einem Arzt nicht zuzumuten sein soll, sich entweder für den Heilberuf (schon durch Gebührenordnungen im Grunde von den Einkommensmöglichkeiten begrenzt) mit seiner absoluten Patientenzentriertheit zu entscheiden oder in der Marktwirtschaft tätig zu sein, und nach Verkaufserfolg, Kapitalertrag usw. bezahlt zu werden.

Dem Heilkundler ist es zugemessen, kraft seine Fachkenntnisse und seiner absolut dem Patientenwohl (darüber entscheidet der Patient) darüber zu entscheiden, ob und welche Produkte der Markt - und Kapitalertragswelt er seinem Patienten empfiehlt. Da der Patient auf die Fachkenntnisse des Arztes/Heilkundlers angewiesen ist, muss sich dessen Handeln der Kontrolle unterziehen lassen. Nicht durch ihn selbst oder von ihm bestimmte Personen der „Selbstverwaltung“, die vielleicht ihrerseits Einkünfte außerhalb der Heilkunde durch den „Markt“ beziehen..

Kapitalinteressen oder persönliches Gewinnstreben des Heilberuflers dürfen niemals für sein Handeln bestimmend sein und Aufklärung und Beratung lenken. Da muss die Haftung entsprechend streng verankert sein und zwingend penibel das Handeln überwacht werden. Sofern die Selbstverwaltung der Heilkundler das nicht leisten kann oder will, wäre diese durch eine neutrale Aufsichts- und Entscheidungsstelle zu ersetzen. Insbesondere dann, wenn es sich darum handelt, dass Patienten in rein statistisch basierte Präventionsmaßnahmen einwilligen sollen, die Umsätze des „Marktes“ fördern könnten.

Das wäre im Sinne des Patientenschutzes auch notwendig, wenn irgend ein Impfzwang gesetzlich festgelegt werden sollte. Keine Selbstkontrolle für die Berufsgruppe, die zu Schäden führen könnte, sondern staatliche „Aufsichtspflicht“ (das aufsichtsführende Fachpersonal darf natürlich keine „Doppelinteressen“ haben und sollte mit dem nicht ärmlichen staatlichen Gehalt als Einkommensquelle zufrieden sein) und auch entsprechende Gesetze mit Regelung zur Schadensminderung/ zum Folgenbewältigen. Das erfordert natürlich entsprechende Regelungsbereitschaft der Politik, die wieder umdenken müsste und die Heilkunde nicht mehr als Marktbestandteil sehen sollte, sondern als nicht käufliches Umsetzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit für jeden (Krankheitsbehandlung und Vermeidung darf KEINE Handelsware werden).

Dazu gehört auch die freie Entscheidung über Impfenlassen oder nicht. Insbesondere gehört dazu, dass die freie Wahl gewährt wird, betreffend welchen Impfungen man des Recht, diese sich geben zu lassen, einfordern möchte.

Einer Impflicht gegen was auch immer steht die inzwischen ohne wirkliche heilkundliche Notwendigkeit eingeführte Marktpraxis entgegen, dass man sich nicht mehr (oder nur mit Mühen) zu einer Impfung, und nur der, entscheiden kann, die man tatsächlich möchte. Für jede einzelne Impfung gegen eine bestimmte und genau definierte Infektionskrankheit ist nach dem Grundgesetz nachzuweisen, dass eine Impfpflicht tatsächlich das einzige oder angemessendeste Mittel ist, um Gefahren abzuwenden (nicht um einen Nutzen zu erzeugen!).

Wenn man das betreffend Masernimpfung tut, muss ZWINGEND sicher gestellt sein, dass ohne große Aufwände auch ein Impfstoff genau dagegen und nur genau dagegen, mit hinreichender Wirksamkeit und Sicherheit, zur Verfügung steht. Durch die feste Kombination mit Impfstoffen gegen andere Krankheiten ist das beim Masernimpfstoff weitgehend unmöglich GEMACHT worden. Man darf keine Impfung gegen andere Krankheiten (gegen die man nach den Regeln des Grundgesetzes keine Impfpflicht begründet hat) dadurch erzwingen, dass man die gesetzlich vorgegeben Impfung nur in Kombination mit anderen (gesetzlich nicht vorgegebenen) möglich macht.

Eine in der Sache bisher nicht wirklich begründbare Impfpflicht (das Grundgesetz interessiert sich nicht dafür, was andere Länder tun!) gegen Masern begründet keinesfalls, warum, verbunden damit, auch gegen Polio oder Mumps oder sonst was zusätzlich geimpft werden MUSS! Das wäre ein unzulässiger Eingriff in die Entscheidungsfreiheit und die körperliche Unversehrtheit.

Das ist den Politikern sehr wohl klar. Wenn ein Gesundheitsminister eine (strafbewehrte) Beratungspflicht zu Impfungen ALLGEMEIN einführt, ist geschehen, jedoch keinen Grund (keine Möglichkeit) sieht, eine gesetzliche Impfpflicht gegen Masern zu verankern, so zeigt das vielleicht auch, dass das durch die Impfindustrie geschaffen Problem des Fehlens von Einzelimpfstoffen der Politik nicht verborgen geblieben ist, damit eine Impfpflicht nur gegen Masern nicht (mehr) umsetzbar ist?

Also als Konsequenz Impfberatungspflicht betreffend auch den mit dem Masernimpfstoff fest verbundenen anderen Impfungen erzwingen? Um da eine Akzeptanz zu erreichen?

Gerade da ist der jeweils als Heilkundler aufklärende Mensch gefragt, umfassend und ehrlich, fachlich fundiert, ohne Erzeugen von Gewissensnöten und Ängsten, dem Patienteninteresse, das kein Marktinteresse ist, gemäß zu handeln.

Doch mit zutreffenden und nicht irgendwie falschen oder „um die Ecke gedachten“ Propagandaargumenten, wie das von einigen der Impfkritiker vorgebracht wird, ist da nichts zu machen. Es macht keinen Sinn für die Glaubwürdigkeit, angeblich unzutreffenden und/oder unvollständigen Informationen der Impfbefürworter/-industrie genau solche entgegen zu setzen. Das schadet der Sache einer bewussten und freien Entscheidung für oder gegen Impfen betreffend einzelne Krankheiten eher, als es nützt.

Jeder, der eine Impfberatung/Impfaufklärung erhält sollte diese selbst genau für sich protokollieren – und abzeichnen lassen, zeitnah zur Beratung und vor einer Impfung - (siehe auch Bankberatung) mit allem, was tatsächlich vorgetragen wurde, so wie er das verstanden hat.

Das wird auch – wenn auch nur beschränkt – für „Manipulatoren“ der einen oder anderen Richtung zum Risiko. Impfung ohne umfassende objektive Aufklärung ist (kann sein) Körperverletzung und sollte als solche strafrechtlich geprüft werden betreffend er zwingend anzufertigen Dokumentation über Inhalte der Aufklärung.

Die Aufklärenden haben dafür zu sorgen, dass sie für diesen Aufwand entsprechend entlohnt werden können. Nicht aus der Kasse von Mitgliedern einer Versicherung sondern aus Steuermitteln (Gemeinschaftsaufgabe aller Bürger, nicht nur der gesetzlichen Krankenkassenmitglieder).

Soweit meine Überlegungen zu diesem Thema, mit, was Kontrolle, auch durch Selbstverwaltung, betrifft recht „utopischen“ Ideen.

Copyright K.-U.Pagel  06 2017

Dienstag, 20. Juni 2017

Impfkritik, was so berichtet wird

Impfkritik: Impfungen haben die Spanische Grippe ausgelöst?


Es gibt die Impfungen gegen verschiedene Infektionskrankheiten. Diese schützen in vielen Fällen den hinreichend Geimpften davor, die jeweilige Infektionskrankheit zu bekommen. Es gibt also gute Gründe dafür, dass sich jemand für sich oder seine Kinder für eine Impfung entscheidet. Natürlich nach objektiver Aufklärung über Risiken und Notwendigkeiten.

Es ist so mit den Impfstoffen, wie es immer ist, wenn Neues entwickelt wird. Zunächst sind die benutzten Materialien/Impfseren im Grunde von Effekt und Nebenwirkungen auf längere Sicht unklar. Sofort und kurzzeitig nach Impfung auftretenden Effekte/Nebenwirkungen fallen erkennbar ins Auge und werden registriert. In der Geschichte der Entwicklung von Impfstoffen ist zu berücksichtigen, dass die Erkenntnisse der Medizin im Verhältnis zu heute noch recht gering waren. Gering, was die Ursachen/Auslöser für Infektionskrankheiten sind. Bakterien (erste Beschreibungen um 1780, van Leeuwenhoek) als Krankheitserreger wurden erst ab ca. 1880 erkannt. Viren erst ab 1935 identifiziert.

Ein Überblick über die Entdeckung der Krankheitserreger z.B. bei:


In diesen Anfangszeiten, in die die Spanische Grippe fällt (drei Wellen auf, im Frühjahr 1918, im Herbst 1918 und in vielen Teilen der Welt noch einmal 1919), war die Medizin bei der Behandlung von Infektionskrankheiten noch relativ machtlos. Keine Antibiotika gegen Bakterien, keine antiviralen Medikamente, Aspirin als Mittel gegen Schmerzen und Fieber. Die Idee des Impfens, Gabe von abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern, um den Körper anzuregen, Abwehrstoffe gegen die „echte“ Infektionskrankheit bereits im Vorfeld der Infektion bereit zu stellen um einen Infektion zu verhindern oder den Verlauf leichter zu machen, war noch nicht vollständig ausgereift. Es gab erste Impfstoffe, länger schon den gegen die Pocken.

Die Herstellung der Impfstoffe war lange nicht so präzise möglich, wie heute und noch lange war es nicht möglich, so sicher wirksame und viele Risiken vermeidende Impfseren zu produzieren. Das war aber im Grund damals egal: Zu bedrohlich waren die Infektionskrankheiten und zu gering die effektiven Mittel dagegen. Dazu waren erhebliche Übertragungsrisiken zwar bekannt, aber kaum behebbar oder behoben: Das immer dichte zusammen Wohnen, teil unter miserablen hygienischen Bedingungen, schlechter Ernährungs- und gesundheitszustand unter schlechten Lebensbedingungen eines nicht geringen Teils der Bevölkerung. Besonders in den größeren Städten.

Auch wenn Impfungen hier einen Schutz bieten könnten, waren diese unter der Bevölkerung längst nicht so verbreitet, wie heute. Das auch, weil damalige Impfstoffe häufig akute heftige Nebenwirkungen hatten, manchmal Krankheitssymptome machten, die der durch Impfung zu verhindernden Krankheit ähnelten. Auch heute kennt man das noch, z.B. die „Impfmasern“.

So wurden manche Impfungen nur selten und nur aus besonderen Gründen angewendet, wie die Typhusimpfung, die ärztliche Nachbeobachtung erforderte. Gerade Typhus war wegen der schlechten Abwasserhygiene mancher/vieler Städte eine Herausforderung.

Gerade Sammelunterkünfte, wie z.B. Kasernen, Heime, waren die typischen Orte, an denen sich Infektionen rasch ausbreiten konnten und dann durch viele Zwischenträger unter der Bevölkerung verteilt werden konnten. Das ist auch heute noch ein Problem (z.B. die Sammelunterkünfte von Asylbewerbern mit oft schlechtem Gesundheitszustand durch lange Flucht und vorher schlechte Lebensbedingen in Kriegsgebieten).

Impfungen waren, wenn auch nur für einen Teil der Bevölkerung in Deutschland und Europa mengenmäßig überhaupt verfügbar, da eine Lösung des Seuchenproblems, auch unter dem Wissen der „Nebenwirkungen“ der damaligen Impfstoffe.

Die Impfstoffe heute sind nicht mehr mit denen von früher vergleichbar. Viele (negative) Erfahrungen haben zu Verbesserungen geführt und es werden immer wieder Impfstoffe dem Kenntnisstand angepasst. Wer von damals auf heute schließen will, gar etwas übertragen will, der beachtet so manches nicht. Schnell kann so eine irreführende „Information“ für den Impfwilligen entstehen.

Jeder sollte das Recht haben, sich frei für Impfungen zu entscheiden, auch für seine Kinder – niemand sollte dazu gezwungen werden.


Es gibt Menschen, die sich nur für einige der Impfungen entscheiden, andere für sich oder ihre Kinder als nicht notwendig ablehnen. Es gibt Menschen, die sich generell gegen Impfungen für sich und ihre Kinder entscheiden.

Dieses Recht zur Selbstbestimmung steht jedem zu. Weder die Impfbefürworter haben jemanden gegen dessen Willen eine Impfung aufzudrängen noch haben die Impfgegner das Recht, dem Impfwilligen bestimmte oder alle Impfungen schlecht zu machen, gar schlechtes Gewissen oder Ängste zu erzeugen.

Hinweise darauf, dass mit Impfungen nur Geschäfte werden sollen, unter Verschweigen bekannter Risiken, können keine sachlich zutreffenden Argumente zu den Impfungen und den Krankheiten ersetzen, denn auch die „Alternativen“ suchen ihren Markt. Unterstellungen von Böswilligkeiten bei den anderen und Verweise, dass nur man selbst die (Unterdrückte) Wahrheit verkünde, ist kein Argument und ebenfalls umkehrbar.

Ich beobachte, dass derzeit wieder massiv versucht wird, mit unzutreffenden, halbwahren oder einfach uminterpretierten (Tatsachen-) Behauptungen bei Impfwilligen Ängste vor den Impfungen zu schüren.

Dabei werden auch soziale Medien/Netzwerke benutzt, um „Berichte“ und andere Informationen über die Gefahren und Schäden durch Impfungen zu verbreiten – verlinken - teilen. Teils auch mit abgeschalteten Kommentarfunktionen, sodass niemand auf unzutreffende Aussagen eingehen kann. Eine Form der Diktatur von einseitigen Meinungen und Informationen?


Ein Beispiele:

Um die Schädlichkeit von Impfungen zu belegen wird ein Beitrag aus „Zentrum der Gesundheit“ (ZdG) aus dem Jahre 2016 verbreitet (in Sozialen Netzwerken geteilt).

Überschrift „Spanische Grippe - Eine JahrhundertlügeDer/die Verfasser/in wird nicht namentlich genannt.


Es finden sich Aussagen wieder, die bereits im Mai 2009 verbreitet wurden:

Titel damals: „Spanische Grippe 1918“


Zitat (jeweils kursiv) aus dem (anonymen?) Beitrag des ZdG – mein Kommentar jeweils in Normschrift darunter:

Auffällig ist, dass die Spanische Grippe die Eigenschaften genau jener Krankheiten hatte,
gegen die diese Leute direkt nach dem 1. Weltkrieg geimpft worden waren (Pest, Typhus,
Lungenentzündung, Pocken). Praktisch die gesamte Bevölkerung war mit giftigen Impfstoffen
verseucht worden.

Da fällt auf: Die erste beiden Wellen der Spanischen Grippe liefen bereits während des 1. Weltkrieges, der erst im November 1918 zu ende ging. Die Spanische Grippe trat in drei Wellen auf, im Frühjahr 1918, im Herbst 1918 und in vielen Teilen der Welt noch einmal 1919.

Es ist also unmöglich, dass die betroffenen Menschen der ersten und zweiten Welle dann schon geimpft worden sein können, wenn die Impfungen direkt NACH den 1. Weltkrieg stattfanden. Wie kann praktisch die ganze Bevölkerung damals mit giftigen Impfstoffen verseucht gewesen sein, wenn es in den meisten Teilen der Welt, in der diese Grippe auch auftrat so gut wie keine Impfungen gab und auch in Europa und den USA keine Massenimpfungen stattgefunden hatten. Gab es damals überall in der Welt Massenimpfungen von Impfungen gegen Typhus und Pest? Welche Lungenentzündung, gegen die geimpft worden sein soll, ist gemeint? Haben die angeblichen Impfstoffe von 1918 noch irgendwas gemein mit den modernen von heute?

Auch in der oben verlinkten andere, älteren Quelle (initiative.cc), eine ähnliche Aussage (als Zitat einer angeblichen damaligen Beobachterin):

Die Krankheit hatte die Eigenschaften des schwarzen Todes (der Pest), der typhusartigen Diphtherie, der Lungenentzündung, der Pocken und der Kinderlähmung in einem... und alle die Leute, die erkrankten und starben, waren mit (gegen?) diesen Krankheiten direkt nach dem 1. Weltkrieg geimpft worden.

Fakt ist, dass es Jahre VOR 1918 bereits Impfungen, vor allem von Frontsoldaten (längst nicht alle nahmen daran teil!), gegen Pocken, Typhus, Cholera, Ruhr – also typische Erkrankungen unter solchen miserablen Hygiene- und Lebensbedingungen gab – mit den damaligen Impfstoffen. Doch die haben ja nichts mit der Spanischen Grippe vor Kriegsende 1918 zu tun, und nichts mit Impfungen danach. Selbstverständlich waren solche Impfungen von Frontkämpfern nötig, da bereits Tausende von Soldaten an den Infektionen erkrankt und gestorben waren.

Ein Grund für die rasche Ausbreitung der Grippe in den letzten Kriegsmonaten ist sicher in den Lebensbedingungen der Soldaten im Feld und in den dicht belegten Kasernenunterkünften und Lagern zu sehen. Dazu den schlechten Ernährungs-und Lebensbedingung auf dem Schlachtfeld und auch in der Heimat. Auch in den USA lebten Soldaten dicht an dicht in Kasernenunterkünften, steckten sich und massenweise die Bevölkerung an, wenn sie in die Umgebung gingen. War die Bevölkerung der USA (da kommt die angebliche Augenzeugin her) vor Beginn der ersten Grippewelle nahezu flächendeckend durchgeimpft?

Und was ist gemeint,wenn es heißt die Spanische Grippe hätte die Eigenschaften der Erkrankungen, gegen die vorher geimpfte worden wäre? Gleiche Symptome? Oder nur ansteckend wie diese? Was ist eine „typhusartige Diphtherie“?

Wir wissen: Menschen mit manchen akuten und chronischen Vorerkrankungen haben deren Symptome auch weiterhin, wenn sie die Influenza dazu bekommen. Entsprechend kann die Grippe dann der Tropfen sein, der den vorbelasteten Körper „ertrinken“ lässt. Das war auch damals so.

Menschen mit Typhus hatten die Symptome des Typhus und überlebten dann wegen der Zusatzinfektion mit Grippe diese Typhus nicht. Typhus war damals immer mal auch in Großstätten im Deutschen Reich (vor allem Abwasserhygienemängel) eine Plage. Lungenentzündungen, egal welcher Ursache, waren bei Soldaten, die gesundheitlich geschwächt waren und bei der geschwächten Zivilbevölkerung nicht selten. Dazu dann die Grippe als Förderer des Versterbens. Tuberkulose war eine verbreite Krankheit in all den Ländern, in denen die Grippe sich verbreitete. Es ist kein Wunder, wenn dann Tuberkulosekranke, die zusätzlich die Grippe bekamen, sterben konnten.

Dazu kommt gerade bei den Soldaten im Krieg, die miserable kriegsmedizinische Situation. Die Ärzte waren weder von der Ausbildung noch von der Ausstattung damals für die Aufgaben gerüstet. Ein Beitrag des Spiegel oder auch des Ärzteblattes (nichts für schwache Gemüter) vermag einen Eindruck vermitteln, auf wie wenig Gegenwehr die Grippeerreger stoßen mussten:


Aber die Grippe damals hat nicht die Symptome von z.B. Typhus oder Pest gemacht, sonst wäre sie als Typhus oder Pest diagnostiziert worden, trotz den beschränkten Diagnosemitteln damals.


Zitat aus dem ZdG-Beitrag: „Soweit bekannt ist, erkrankten ausschliesslich Geimpfte an der spanischen Grippe. Wer die Injektionen abgelehnt hatte, entging der Grippe. So auch die Augenzeugin Eleanora McBean:...“

Es ist nicht bekannt, dass ausschließlich Geimpfte an der Spanischen Grippe erkrankten. Wer hat damals überhaupt in den vielen verschiedenen Ländern das notiert? Und vor allem, wäre dann doch in Ländern, in denen fast keine Menschen geimpft waren, die Ausbreitung – entgegen den Fakten – gar nicht möglich gewesen. Und für was ist diese Person damals 1918/1919 Augenzeugin gewesen? Hat sie die USA bereist? Europa? Asien? In welcher Region der USA lebte sie?

Wie viele Menschen – darunter auch Frontsoldaten -, die nicht geimpft waren starben an den entsprechenden Seuchen? Wie viele Menschen, die diese Krankheiten überstanden hatte, starben an er Grippe? In den verschiedenen Ländern, in denen sie auftrat? Es gibt keine verlässlichen Zahlen dazu, nur reine Spekulationen und Legenden zu den Grippekranken aufgrund von Impfungen nach Auftreten der ersten Wellen. So wie hier im ZdG-Beitrag.

Sie (die Augenzeugin) wird zitiert (aus einer Übersetzung und Bearbeitung eines englischen Textes durch einen Impfkritiker, Hans Tolzin): „"Meine Familie hatte alle Schutzimpfungen abgelehnt, also blieben wir die ganze Zeit wohlauf. Wir wussten aus den Gesundheitslehren von Graham, Trail, Tilden und anderen, dass man den Körper nicht mit Giften kontaminieren kann, ohne Krankheit zu verursachen."

Soll das etwas ein Versuch sein, zu beweisen, dass solche Gesundheitslehren, die im Grunde der alten Humoralpathologie entstammen, wirksam sein sollen?

Was kann so eine Einzelaussage Jahrzehnte später noch zum Geschehen auf der Welt belegen? Und vor allem, was kann diese belegen zu dieser Darstellung:

Nach der Unterüberschrift „Höchste Todesrate unter den geimpften Soldaten“ folgt de Aussage: „Cassel zitiert noch eine weitere Autorin, Anne Riley Hale aus dem Jahr 1935: "Wie jedermann
weiss, hat die Welt noch niemals solch eine Orgie von Impfungen aller Art gesehen, wie die
unter den Soldaten des (ersten) Weltkriegs." Auch diese Autorin stellt fest, dass gerade unter
den "gepiekten Männern der Nation" die höchste Todesrate bei Tuberkulose auftrat.


Was hat das, die Tuberkuloserate bei Soldaten unter den miserablen Hygiene – und Lebensbedingungen des Schlachtfeldes und der Lager, mit der Spanischen Grippe zu tun? Es ist ein Segen unter diesen Bedingungen, die jedwede Infektionskrankheit rasant sich ausbreiten lässt, wenn man damals schon erste Impfstoffen hatte. Viele Soldaten wären an solchen Infektionskrankheiten wie Gelbfieber, Typhus usw. gestorben. Schon die Grippewellen des letzten Kriegsjahres 1918 (Grippeviren waren unbekannt, Impfung dagegen gab es nicht) haben große Zahl von Soldaten betroffen, die natürlich allein schon wegen der extremen psychischen und physischen Belastungen der Umstände der Grippe erlagen. Nicht weil sie geimpft waren (soweit man das konnte) sind sie an Grippe verstorben. Weil sie geimpft waren, sind viele nicht an den geimpften Infektionskrankheiten elend verreckt.

Wenn man dem link folgt, der mit den Namen Anne Riley Hale verbunden ist, kommt man zu einem Beitrag, der über ein Buch dieser Person berichtet. Abgesehen davon, dass darin die Existenz von Viren als Ursache von Infektionskrankheiten bestritten wird, findet sich dieses Zitat:
Doch nicht nur die massenhaften Vergiftungen der Menschen mit den Impfstoffen, auch die Übermedikation sowie der allgemein schlechte Zustand der Menschen nach dem schlimmen Kriegswinter 1917/1918 (Unterernährung, hygienische Zustände, psychische Faktoren) liessen die Pandemie entstehen.“
Da wird genau auf die schlechten Lebensbedingungen damals hingewiesen, auf denen einen erhöhte Krankheitsanfälligkeit basiert. Da stellt sich erneut die Frage, welche „massenhafte Vergiftung mit den Impfstoffen“ sollen die Menschen in den Grippegebieten ohne Krieg und ohne geimpfte Soldaten (nur ein Teil der Bevölkerung!) und mit kaum Impfungen überhaupt gehabt haben? Und was ist unter Übermedikation (unter den miserablen Bedingungen 1918) überhaupt zu verstehen?


Zitat aus den ZdG Beitrag nach der Unterüberschrift "Mehr Tote durch Impfung als durch feindliche Gewehre":

Während des ersten Weltkrieges gab es in den USA das geflügelte Wort, es würden mehr Soldaten durch Impfungen umgebracht als durch feindliche Gewehre.

Hieß es nicht: „Mehr Tote durch Infektionen“ oder „mehr Tote durch Mediziner“...?

Der verlinkte Beitrag aus dem Ärzteblatt teilt den Spruch so mit:
der ab Mitte des Jahres 1915 unter Soldaten kursierende Spottspruch, keine Krankheit sei so harmlos, als dass sie nicht
durch Hinzuziehung eines oder mehrerer Militärärzte unmittelbar zum Tode führen könne.


Und weiter der Beitrag des ZdG:

Diese Aussage stamme von Dr. H. M. Shelton, dem Autor von "Vaccines and Serum Evils." Laut General Goodwin habe die britische Armee 7.423 Fälle von Typhus verzeichnet. In der französischen Armee habe es 113.165 Fälle bis Oktober 1916 gegeben. In beiden Ländern sei die Typhus-Impfung Pflicht gewesen.


Für wen war die Typhusimpfung Pflicht und ab wann? Für die gesamte Bevölkerung oder nur für die Soldaten? Auch angesichts der Millionen Soldaten an der Front sind die behaupteten Typhusfälle viele. Nun wäre es wichtig zu erfahren, wie viele der Erkrankten die Impfung - erst Pflicht geworden NACHDEM und weil so viele Fälle aufgetreten sind - nicht erhalten hatten oder nur unzureichend und dann an Typhus erkrankten.

Einen Eindruck auch von der Impf-und Seuchenlage bei Soldaten vermag dieser Beitrag vermitteln:


Weiteres Zitat aus ZdG: „Es gibt also viele Stimmen, die Massenimpfungen als mögliche Ursache der Spanischen Grippe in jener Zeit bestätigen. Diese Dokumente auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, ist ohne Vorliegen der Originalpublikationen natürlich nicht einfach.

Die Überprüfung ist einfach: Es gibt erst seit den 1960er Jahren diese Masernimpfung. Sie kann also keine mögliche Ursache der Spanischen Grippe gewesen sein. Also ist eine solche Stimme (viele Stimmen) erkennbar unwahres Gerede?

Aus den aufgezählten Schlussfolgerungen des ZdG Beitrages zitiert:
Die Symptome der Spanischen Grippe sind als mögliche Wirkung von Impfungen
bekannt.
Mehrere Ansteckungsversuche mit gesunden Freiwilligen, die von Erkrankten
angehustet wurden, blieben ohne Folgen. Die Spanische Grippe war also nicht
ansteckend.
Erst die Nachahmung einer Impfung, nämlich Injektionen bearbeiteten
Körperflüssigkeiten von Erkrankten, führte auch zur Erkrankung der Versuchspersonen.

Was sind das für Gedankengänge? Die Symptome einer Grippe sind die Symptome einer Grippe. Die Symptome einer Impfung sind wohl als Impfreaktionen anzusehen. Diese kennt man. Lokale Reaktionen an der Einstichstelle (kein Grippesymptom), kurzzeitige Temperaturerhöhung (kein Grippefieber), vielleicht kurzzeitige Muskel- und Knochenmissempfindungen. Kein typisches „Zerschlagenheitsgefühl“ wie bei einer echten Grippe. Vor allem gibt es solche (übrigens nicht genannten!) Symptome der Spanischen Grippe, wie jeder Grippe, auch bei vielen anderen Erkrankungen – ohne jeden Impfzusammenhang – in mehr oder minder starker Form. Ein völliges „Luftargument“ also. Denn was müsste alles noch Impffolge sein?

Zu den Ansteckungsversuchen schreibt die oben schon verlinkte Quelle (aus der das ZdG seinen Beitrag inspiriert bekam?):


Da ist die Rede von gesunden Matrosen (wo waren die alle schon auf dieser Welt) , die (seit wann?)
im Gefängnis saßen und denen eine Begnadigung versprochen wurde, die teilgenommen haben solle. 39 hätten angeblich keine Grippe vorher gehabt (woher weiß man das?), „„Die Marineärzte sammelten das zähflüssige Sekret aus den Nasen und Rachen todkranker Männer und sprühten es einigen Testpersonen in deren Nasen und Rachen, anderen in die Augen.“

Dann sind es 10 Personen, die sich von Kranken anhusten ließen, bei einer soll Nasensekret eines Kranken in die Nase gerieben worden sein. Niemand davon sein Grippekrank geworden. Ein ähnliches Experiment unter noch strengeren Bedingungen fand in San Francisco statt, diesmal mit 50 in Gefängnissen einsitzenden Matrosen. Das Ergebnis war für die Ärzte gleichermassen unvorhergesehen: „Zu aller Überraschung wurde keine einzige Testperson krank.
Wenn nicht an Grippe, woran erkrankten diese Männer dann? Und waren da nicht Personen dabei, die auch schon geimpft waren? Die hätten je dann sicher erkranken müsse? Mich erinnert das an Experimente, die deutsche Ärzte an Kriegsgefangenen und Häftlingen gemacht haben. Wer rühmt sich heute solcher Taten?

Dass die Spanische Grippe ansteckend gewesen sein muss, ergibt sich aus der Zahl der Erkrankten in kurzer Zeit weltweit. Und daraus, dass viele davon ganz eng unter schlechten Hygienebedingungen zusammenlebten.

Wenn man einem Erkrankten Körpersekrete entnimmt, in denen Grippeviren sein können, und das dann ohne Sterilisation und ohne Fremdeiweiße zu entfernen (?) anderen Menschen injiziert, hat das nichts mit einer Impfung (abgetötet oder abgeschwächte Erreger) zu tun, sondern mit gefährlicher Körperverletzung. Und muss zum Krankheitsausbruch führen. Doch ich kann nicht nachlesen, was so etwas gemacht worden wäre.

Das Fazit des ZdG Beitrages:

Eine angemessene Schlussfolgerung
Die vielfach übereinstimmenden Berichte und Zitate sprechen eher dagegen, dass die
Spanische Grippe durch irgendein mutiertes Virus verursacht wurde, das quasi mit
Überschallgeschwindigkeit für die gleichzeitige Ausbreitung auf mehreren Kontinenten sorgte.
.
Fazit: Die vielfach übereinstimmenden Berichte und Zitate sprechen eher dafür, dass die
Spanische Grippe in Wirklichkeit ein globales Impf-Desaster war.

Von Überschallgeschwindigkeit kann keine Rede sein. Die Berichte und Zitate sprechen nicht gegen eine Viruserkrankung und legen in keiner Weise die Idee eines globalen Impfdesasters nahe. Nicht könnte so etwas als Fakten belegen und im Grunde ist nicht nachzuvollziehen, wie jemand sich eine solche Meinung bilden könnte.

Doch verbreitet sich dieser ZdG Beitrag durch eifriges Teilen in sozialen Netzwerken und Zitieren in Blogs.


Ich habe den Eindruck:

Es ist eine immer wieder benutzte logisch nicht nachvollziehbare Argumentation von (einigen) Impfgegnern: Man stellt Vermutungen an, teils mit erkennbar fehlerhafter Grundlage, ist aber nicht bereit, diese irgendwie nachzuweisen. Man dreht dann das ganze um: die rein spekulative Vermutung gilt als belegt, solange nicht andere (natürlich auf eigene Kosten) mit teuren langwierigen wissenschaftlichen Studien das Gegenteil belegt haben. Etwa in dem Stil: „es laufen viele grüne Marsmännchen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, bei uns herum. Dass man sie nicht sieht, beweist ihre Existenz, denn sie sind ja unsichtbar. Und das gilt so lange, bis jemand nachgewiesen hat, dass es etwas nicht gibt, was es nicht gibt.“

Zum Abschluss noch eine „Anekdote“, die Quelle, aus der sich vielleicht der ZdG Beitrag inspirieren lies, hat veröffentlicht:


Da müssen die Masernimpfungen, die es damals gar nicht gab, für solche unschlüssigen Ideen herhalten:
Zwar gibt es bei keinem Impfstoff einen wissenschaftlich fundierten Wirkungsnachweis in Form eines Vergleichs der Gesundheitsdaten von Geimpften und Ungeimpften, die "veröffentlichte Meinung" ist sich jedoch sicher, dass die Pocken ganz und die Kinderlähmung beinahe durch Massenimpfungen ausgerottet wurden.


Masernimpfungen sollen also Pocken ausgerottet haben und Kinderlähmung beinahe!


Und weiter im Text:
Merkwürdig nur, dass die Massenimpfungen gegen Pocken weltweit ca. 160 Jahre lang ohne jeden Wirkungsnachweis durchgeführt wurden und ihr Ziel nicht erreichten: Erst als die Weltgesundheitsbehörde WHO in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Massenimpfungen schrittweise zurückfuhren, verschwanden die Pocken innerhalb weniger Jahre.
Merkwürdig: Als festgestellt wurde, dass es keine Pockenfälle mehr weltweit gab (in den 70ern) , wurde die gesetzliche Impfpflicht gegen Pocken aufgehoben. Mit Masernimpfungen hat das nichts zu tun. Auch nicht damit, dass Masernimpfungen angeblich schrittweise zugeführt wurde. Die begann sich da erst zu verbreiten. Auch als Doppelimpfung zusammen mit Mumps. Doch eine Masernimpfung gegen Pocken, die weltweit 160 Jahre lang ohne jeden Wirknachweis durchgeführt worden wären? Wer glaubt denn an so was?


Ein aktiver Impfkritiker mit eigener Zeitschrift und Webseite, schreibt betreffend seinem Internetauftritt

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Wer sich nicht in der Lage sieht, Texte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu reflektieren und dazu neigt, Internet-Inhalte kritiklos zu übernehmen, dem sei dringend davon abgeraten, diese Webseite und die verlinkten Seiten zu besuchen.
Der Besuch dieser und aller verlinkten Webseiten geschieht auf eigene Gefahr.
Hans U. P. Tolzin


Vielleicht wäre das auch passender Risikohinweis für den ZdG Beitrag? Wer sich nicht in der Lage sieht, Texte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu reflektieren und dazu neigt, Internet-Inhalte kritiklos zu übernehmen, dem sei dringend davon abgeraten, diesen Beitrag zu lesen und die verlinkten Seiten zu besuchen.


Impfkritiker haben es manchmal nicht schwer, einem Laien etwas „vorzumachen“ wenn der die Fakten nicht kennt aber mit eigenartiger Logik konfrontiert wird. Es ist die Aufgabe von Heilkundigen, hier klare Informationen dagegen zu stellen. Schon um Menschen, die sich für sich und ihre Kinder frei für die Impfungen entscheiden nicht in Angst behaftete Zweifel zu treiben. Meine ich.


Freie Entscheidung braucht zutreffende Informationen – ob für oder gegen Impfungen

Copyright K-U.Pagel 06/2017

Donnerstag, 1. Juni 2017

Krebskranke nicht zum Werkzeug machen

Immer wieder lese ich, wie Angehörige, Freund, Bekannte, oder einfach nur Personen, die von jemandem mit schwerer Erkrankung (einer Krebsform z.B.) berichten, der von der „Schulmedizin“, von Ärzten miserabel behandelt worden wäre und durch deren Therapien (meist wird Chemo genannt) Schaden genommen hätte, vielleicht wegen dieser Therapie statt einer (im Regelfall gar nicht konkret genannten) alternativen Therapie überlebt hätte.


Das zeigt ein Problem auf, das mir in den nun rund 35 Jahren als Heilpraktiker immer wieder begegnete, in der Zeit, in der über das Internet „Verschwörungstheorien“ verbreitet werden und Geschäfte mit alternativen Verfahren beworben und betrieben werden, meine ich es zunehmend zu sehen: Die Betroffenen (Kranken) werden immer wieder von Angehörigen, „Freunden“ und gar nicht sach- und fallkundigen „Ratgebern“ bedrängt. Sie werden verunsichert, eigene Entscheidungen aus sich heraus zu treffen, es wird die zunächst begonnene (schulmedizinische) Therapie madig gemacht. Es werden Zweifel, insbesondere durch Verschwörungstheorien, sogar an der Redlichkeit der Behandler geweckt und erst recht an den begonnenen oder vorgeschlagenen Therapie: „Die Pharmamafia will nur Geld verdienen mit Menschen, die krank gemacht werden. Die Ärzte werden davon gelenkt. Die Pharmamafia will mit allen Mitteln verhindern, dass wirksame alternative Therapie, manchmal nur in Form von Vitaminen oder Gemüsesmoothies, an der diese Mafia nichts verdient, bekannt werden“. So klingt es nicht selten.

Da werden angebliche Berichte von Tausenden angeblich geheilter Menschen durch „Wundermedizin“ eines mehr oder minder berühmten Arztes (?) angeführt, die die Wirksamkeit (verschiedenster) Heilweisen und Mittel (von Blausäureabkömmlingen bis geheimnisvollen Energiestrahlen) sicher beweisen sollen. Jedoch gibt es keine von der Diagnose über alle durchgeführten Maßnahmen bis zum Endergebnis dokumentierten Fälle zum nachlesen. In manchen Fällen finden sich in „Lobhudelbüchern“ zitierte Mail, in denen jemand behauptet, durch das jeweilige Wunderding geheilt worden zu sein. Sind das die Hauptanteile an den „Heilungsfällen“?

Es fällt auf, dass die vielen Ratgeber, von Familienangehörigen an bis zu Bücherschreiber und Blogaktivisten, in vielen Fällen nicht mal wirkliche Kenntnisse über die Fülle der Krebserkrankungen, Verläufe und auch „Heilungsquoten“ zu haben scheinen. Wer nur immer verallgemeinernd von Krebs schreibt oder schreibt weiß vielleicht gar nicht, über was er sich auslässt?


Ich möchte hier aus meiner langen Erfahrung berichten:

Der Erkrankte ist die Person, die die Entscheidungen über sich zu treffen hat. Und im Regelfall kann sie es auch am Besten. Gerade bei Erkrankungen die zum Tode führen können, kommt es zu Konflikten, die der Betroffene überhaupt nicht zusätzlich braucht. Er hat genug damit zu tun für sich selbst, keinen anderen, Kräfte zu haben. Er hat an sich selbst zu denken.

Da mischen sich nun Angehörige ein, für die der Betroffene etwas empfindet, deren Befinden im immer wichtig war und weiter ist. Diese haben viel mehr Schwierigkeiten – und das obwohl sie gar nicht von der Krankheit selbst betroffen sind – dass die eigentliche „Hauptperson“ dem Sterben nahe sein könnte. Warum sie damit nicht zu Recht kommen, warum sie immer wieder versuchen, dem Kranken durch was für Ideen und Ratschläge auch immer, abzuverlangen, dass er Hoffnungen haben soll, die ihm selbst fern liegen, müssten diese Personen für sich klären.

Es ist für Angehörige wichtig, Unterstützung zu bekommen, den Zustand eines nahestehenden Kranken einfach mal zu akzeptieren und dem Kranken es zu überlassen, was er für sich machen oder lassen will.

Es ist nicht selten so, dass die Angehörigen wegen eigenem Leidens nicht wahr haben wollen, was der Kranke längst spürt und auch (ja es ist oft so) für sich akzeptiert. Dabei kann es irgendwann soweit sein: Der Kranke gibt nach und verhält sich so, wie es die „leidenden“ Angehörigen für sich wünschen. Er will diese beruhigen, irgendwie deren Leid therapieren, und letztlich für sich keine weiteren Konflikte, gar mit Angehörigen, haben wollen.

Da bleibt der Kranke auf der Strecke mit all seinen Bedürfnissen und seinem eigenem Leid (bei den er Trost und Hilfe braucht, nur weil die „Gesunden“ mit sich und der Situation nicht klar kommen. Solche Menschen können keine Hilfe sein.

Wenn dann auch noch fachlich völlige Laien irgendwelchen „Geschäftemachern mit alternativen Therapieideen auf den Leim gehen“ vielleicht eigenen Frust mit Gott und der Welt so verarbeiten möchten, und las Ratgeber immer neue Vorschläge machen - nein im Grunde diktatorisch darauf drängen wollen, dass sich der Kranke mit deren Ideen nicht nur auseinander setzt, sondern sie gefälligst annimmt - in welche (verzweifelte) Lage zwingen sie diesen dann!

Die wohl dümmste Aussage ist, was man in dieser Lage des Kranken mache würde. Man ist nicht in der Lage und wie man dann entscheiden würde, unter dem Druck, kann der, dem es jetzt gut geht NICHT absehen. Auch die Frage an einen (Fach-)Therapeuten, wie er sich entscheiden würde, leidet unter diesem Mangel. Auch wenn der Fachmann viel genaueres Wissen um Konsequenzen hat, wieder der Laie, der irgendwelchen Ratschlägen folgt. Solche Ratschläge kann er kaum prüfen, er fällt da oft auf angeblich besonders tolle Referenzpersonen rein und als Hauptargument hört er dann, dass die Idee schon deswegen richtig ist, weil „Schulmedizin und Pharmamafia“ lügen, die Presse manipulieren usw.

Wie soll dann ein Kranker überhaupt frei entscheiden, wenn er bedrängt wird, zu glauben, dass die behandelnden Fachleute ihm nicht helfen wollen, nur benutzen.

Man bringe Sachverhalte vor, die man selbst beurteilen kann (Wissen), nicht Namen von angeblich berühmten Personen, nicht irgendwelche Artikel aus parteiischen (Kämpfer gegen Chemotherapie und Schulmedizin) Medien, oder man schweigt. Die behandelnden Personen sind zu objektiver Aufklärung verpflichtet, auch zu objektiver Aufklärung über Verfahren und Mittel „alternativer“ Art. Und es gibt die Zweit-und Drittmeinung von Fachleuten. Aber immer objektiv.

Übrigens: Auch der, der alternative Heilweisen anbietet, hat daran ein Interesse, dass er diese „verkaufen“ kann. Also, immer, wenn da aggressiv gegen „Konkurrenten“, irgendwelche „Systeme“ usw. gewettert wird, Vorsicht. Das gilt vor allem für Angehörige, Freunde und andere Ratgeber, die zu solchen Personen raten.

Der Betroffene weiß, sich zu entscheiden, er spürt seinen Zustand. Darum aufhören, diesen ständig zu belabern, gar eine Form von Druck und geradezu Terror aufzubauen, damit er in einer dem „Ratgeber und seiner Weltauffassung“ passenden Weise handelt.

Ich beobachte, dass Kranke zur Keule, zum Werkzeug, werden sollen, um bestimmte Meinungen, die der „Lehrmeinung“ widersprechen, durchzuprügeln. Im Interesse des Nichtbetroffenen.

Man lasse einen Menschen auch friedlich sterben, begleitet durch die lindernde Medizin, wenn er durch seine Krankheit und deren Verlauf dem Tode zuschreitet. Wunderheilungen sind immer, auch dann, noch möglich. Doch jemandem Lebenszeit zu stehlen, indem man ihm mehr oder minder dazu drängt, Zeit für irgendwelche Therapieversuche aufzuwenden ohne tatsächliche Wirkwahrscheinlichkeit, zu investieren – oder im Streit mit dem Ratgeber Lebensqualität zu verlieren – nutzt dem Kranken nicht. Unter so manchem Druck dieser Art ist für den ohnehin Belasteten kaum eine freie Entscheidung möglich.

Das als Appell zum Wohle und zur Freiheit des vielleicht todkranken an einer Krebsart Leidenden.

Copyright K.-U.Pagel 06.2017