Dienstag, 14. Februar 2017

Das Leben lebt vom Tod

Das Leben lebt vom Tod

Gedanken – provokant und polemisch - (dennoch) zum nachdenken?

Vielleicht hilft es, den vielschichtigen Text in Portionen zu lesen, Gedanken erst mal ruhen und kommen zu lassen, dann wieder anzuknüpfen?

Andere Perspektiven – ergänzende Gedanken zum Themenbereich bei:

Wie erlebt das Lebewesen selbst sein Leben und den zu erwartende Tod?

Geschäfte mit der Krankheitsangst:

Rolle der Heilkunde:


Lebewesen, Tiere (Menschen) wie Pflanzen bestehen aus Zellen, die einen eigenen Stoffwechsel haben. Manche bestehen nur aus einer einzige Zelle, bei anderen bilden mehrere bis unzählig viele einen „Gemeinschafts-Organismus“. In dem ist jede Zelle auf die andere angewiesen und manche Zelle „opfert“ sich für die Gemeinschaft, so die Zellen der Haut und Schleimhaut, die sich als Schutzschilder abnutzen lassen. Zellen, die sich – siehe die sich opfernden Zellen – teilen, um neue Zellen nachwachsen zu lassen. Und Lebewesen pflanzen sich fort, als ein weiteres Merkmal des Lebens.

Einschub: Viren sind keine Lebewesen. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und können sich selbst nicht fortpflanzen. Es sind „Informationen“, geschrieben aus Genmaterial, welche sich in andere Zellen aufnehmen lassen und dieser Zelle ihr Programm aufzwingen. Die Zelle arbeitet dann im Interesse des Virus – wer immer diese Information in die Welt gesetzt hat. In der Regel gegen das Interesse der Zellgemeinschaft des Organismus – kennen wir von den Krebserkrankungen.

Bei den einzelligen Lebewesen ist die Art der Vermehrung (Fortpflanzung, Fortentwicklung) durch Zellteilung erkennbar mit dem „Tod“ der Ursprungszelle (Mutterzelle) verbunden. Sie, die schon einige Zeit des Lebens hinter sich hat, ist mit der Teilung weg, dafür sind zwei neue Zellen da, die sich in der ersten Lebenszeit aufbauen müssen (Zellorganellen dazu bilden, größer werden). Die geteilte Zelle hat ihre Bauteile auf die Tochterzellen verteilt, diese sind also quasi von Material her gerade die Hälfte der Mutterzelle – und enthalten das Genprogramm der Mutterzelle.

Das Wunder: Jede dieser Tochterzellen beginnt mit der Teilung, dem Tod der Mutterzelle, die eigene Lebenszeit neu. Muss sich entwickeln, bis sie selbst groß genug ist, um sich wieder zu teilen (aus Tod neues Leben zu werden). Doch die Zeit, in der die Teilung möglich ist, ist begrenzt. Wird diese Zeit überschritten, ist die Teilung nicht mehr möglich. Ohne Teilung ist der Lebensstrang dieser Zellen zu ende. Doch ist die Mutterzelle wirklich tot? Als Individuum ja, aber das Leben, was in ihr steckte geht weiter, nun sogar in mehreren Individuen.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum eine Teilung nicht erfolgt, von Bau-und Entwicklungsfehlern nach der Teilung bis hin zu Faktoren aus der Umwelt. Vom veränderten Nahrungsangebot ausgehend bis zur Einwirkung von anderen Lebewesen (z.B. über deren für diese Zelle giftigen Stoffwechselprodukten). Absoluter Nahrungsmangel lässt die Entwicklung zur teilungsfähigen Zelle stoppen und gibt der teilungsfähigen Zelle das Signal, die Teilungsprogramme nicht zu aktivieren, zu warten und hoffen auf bessere Bedingungen.

Das kennen wir doch auch für uns Menschen als Extrem-vielzelligen-Organismen? Schauen wir die Zellen an: Üppiges Nahrungsangebot lässt diese wachsen und gedeihen. Knapper werdende Ressourcen erhöhen die Teilungsbereitschaft, damit möglichst viele Zellen des einen Stammes da sind, damit bei absolut nachteiliger Situation doch die eine oder andere Zelle überleben könnte und der Stamm nicht ausstirbt. Und dann, wenn die Bedingungen lebensfeindlich geworden sind? Der Organismus kann dann eine eine ressourcensparende Wartephase (extrem: Apathie)gehen, in der Hoffnung, dass sich die Lage wieder bessert.

Wir machen uns zur Aufgabe, Menschen in „der Dritten Welt“ mit Hunger und Armut davon zu überzeugen, dass sie besser leben könnten, wenn sie weniger Kinder bekommen. Doch können diese Menschen verstehen, dass die Erfahrung, dass man viele Kinder haben muss, damit davon wenige überleben und auch später die Familie unterhalten können, falsch sein soll? Falsch in einer Lebensumgebung die sich nicht „freundlicher“ entwickelt?

Wir kennen das aus der Geschichte der Menschheit: Dem feindlichen Stamm den Nachwuchs nehmen, damit dieser „ausgelöscht“ wird als Konkurrent des eigenen Stammes (Volkes). Und positiv im Spruch bei z.B. Schiffsunglücken (bei der Rettung) „Frauen (tragen die Eizellen) und Kinder (sind der Keim aus dem der Stamm sich regenerieren kann) zuerst!“


Bei uns Menschen ähnelt es dem, was bei Einzeller passiert: Durch Zellteilung entsteht ein neuer Mensch – Teilung der Eizelle nach „Befruchtung“. Dann Weiterentwicklung aus zunächst kleinen Zellen, die zusammen das Volumen der Eizelle insgesamt haben, die dann nach beginnender Spezialisierung durch vielfache Teilung und Materialaufnahme (Wachsen einer Zelle) zu einem Vielzellorganismus werden. Aber immer als „Volk aus einer Zelle“, als „Volk“ von Zellen gemeinsamer Interessen und Angewiesenheit aufeinander. Dieses „Volk von Zellen“ gibt neues Leben aus seiner Ei- oder Samenzelle, und stirbt dann irgendwann gemeinsam auf einen Schlag, auch wenn schon vorher Zellen wegen „Krankheit“ ausgeschieden sind. Doch es lebt, wenn auch mit der Fortpflanzungszelle eines anderen Volkes verbunden, im Grunde genommen weiter.

Zum Leben an sich gehört neben eigenem Stoffwechsel des Lebewesens, welcher es wachsen lässt (zur Fortpflanzungsfähigkeit) und regenerieren lässt (zum Ausgleich des Verschleißes durch die Lebensumstände) auch das Bestreben der Weiterentwicklung, der Bildung von vielen Lebensformen. Ziel dabei ist, das Leben als Prinzip fortbestehen zu lassen durch Anpassung an veränderte Bedingungen. Bei Einzellern (z.B. Bakterien), die sich aus sich selbst heraus teilen, geschieht das durch Mutation.

Dabei wird im in der Zelle gespeicherten und an die Nachkommen weitergegebenen Lebensprogramm (Genom) „bewusst“ in Kauf genommen, dass bei der Neuorganisation/ der Regeneration nach der Teilung und schon bei der Teilung selbst „Fehler“ passieren. Bau- und/oder Funktionsvariationen auftreten. Wenige und selten bei einem Einzeller, jedoch bezogen auf die Gesamtzahl und die kurzen Zeiten zwischen Teilung und erneuter Teilung (Generation) eine beachtliche Zahl. Nur wenige der wenigen mutierten Einzelzellen – aber viele in der Gesamtschau – sind lebens- und vermehrungsfähig. Die, die es sind, sind das oft nicht optimal. Aber einige können sich den vielleicht veränderten Lebensbedingungen besonders gut anpassen und überleben, auch wenn die Zellen des „Ursprungsstammes“ zugrunde gehen. Der Stamm lebt nicht mehr, aber das Leben als solches besteht fort, als Variation des Stammes - aus dem Tod der Mutterzellen und trotz veränderten, vielleicht feindlichen (dem Ursprungsstamm) Bedingungen.

Bei Vielzellern ist das Zellteilungsprinzip (befruchtete Eizelle als Stellvertreter zweier Organismen) zwar vorhanden, aber der Zufall der Mutation als Chance der Anpassung des Lebens an geänderte Bedingungen, ist zu einem mehr oder minder Auswahlprinzip geworden. Es bedarf eines Lebewesens, welches die „Eizelle“ gibt (mit viel Material drin für viele Teilungen ohne externe Stoffzufuhr) und eines anderen Lebewesens, welche die „Samenzelle“ dazu gibt, mit den Eigenschaften und Fähigkeiten dieses Lebewesens. Die Ei-und die Samenzelle stellen mit ihren Genen den „Repräsentanten“ des jeweiligen vielzelligen Organismus dar.

Jedes dieser vielzelligen Lebewesens (Organismen mit Zellen eines genetischen Grundprinzips/Interesses trotz der unterschiedlichen Funktionen) kann mehrere Nachkommen haben. Begrenzung: die Zahl der bereits mit Geburt angelegten Eizellen und deren Reifungsfähigkeit zur befruchtbaren Eizelle und die Fähigkeit, Samenzellen in funktionsfähigem Zustand jeweils „aus den Lebensumständen und Bedingungen heraus“ neu zu bilden. Die Reifungsfähigkeit der Eizellen unterliegt einem zeitlichen Limit (Klimakterium).

Neues Leben aus dem Leben ohne (späteren) Tod des „Lebensspenders“?

Nein. Die Organismen, die durch „geschlechtliche“ Fortpflanzung (zwei ergeben dann jeweils – meistens – einen, aber das mehrfach nacheinander) neue Organismen werden lassen, kümmern sich zumindest Anfangs um diese „Kinder“. Geben aus eigener Substanz für diese ab: Muttermilch, eingesetzte Kraft zur Nahrungssuche/-gewinnung usw. Und für die Mutter sind das Schwangersein und die Geburt ein Todesrisiko. Väter mussten nicht selten darum kämpfen (gegen andere möglichen Vätern), „besamen“ zu dürfen. Auch bei uns Menschen müssen Besamer“, wenn sie vom „Weibchen“ dazu zugelassen werden sollen, Einsatz bringen: Toll und stark wirken, Geld bieten usw. Und wenn das Kind da ist – Frauen könnten auch ohne Männer gute Mütter sein: entweder verschwinden oder sich für die Mutter (für die Kinderaufzucht) nützlich zeigen und bleiben dürfen. Kostet Kraft und auch Zellmaterial des Organismus – bedeutet Verschleiß.

Doch ist und bleibt (Auswandern auf den Mars wird noch lange Zeit nur Utopie bleiben) der Lebensraum auf der Erde begrenzt. Die Ressourcen der Erde bleiben beschränkt – müssen sich immer wieder regenerieren (wie das Leben). Und die Erde bietet immer wieder Veränderungen aus ihrem eigenen „Lebensprozess“ heraus (Klima, Erdbeben usw.) sowie aus den Einflüssen, denen sie im Kosmos ausgesetzt ist (angefangen bei der Sonnenfunktion bis zum Asteroideneinschlag).

Lebewesen – vor allem nicht der gleichen Art, mit nicht den gleichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten – können auf begrenztem Raum nicht unbegrenzt an Zahl zunehmen. Der Ackerboden regeneriert sich aus abgestorbenen Pflanzen und anderen Lebewesen, um neuen Pflanzen Material zu bieten. Auch Tiere leben von aufgenommenen Zerfallsprodukten abgestorbener anderer Tiere und Pflanzen. Sie fressen und verdauen diese, um zu leben.

Man hat gelernt, dass immer nur dieselbe Ackerfrucht auf den selben Boden irgendwann nicht mehr gedeihen kann – weil sie alles notwendige Material verbraucht hat, ohne dass neue wieder dazu kam. Man hat gelernt, dass aus anderen Pflanzen, die in Zeiten zwischendurch auf diesem Boden ihre Nährstoffe finden konnten und gedeihen konnte, nach deren Absterben wieder Material für die früheren Ackerfrüchte sich ansammeln konnte.

Wenn also die eine Ackerfrucht einfach auf ewig auf diesem Acker wohnen will, setzt ihr schon die Ressourcenerschöpfung eine Grenze. Ihr „Tod“ gibt dann anderen Raum, deren Tod wieder anderen usw. Doch die Menschen haben gelernt, künstlich diese Ressourcen zu ersetzen (-Kunst-Dünger) und so lange Zeit hohe Erträge der Ackerfrucht für den Eigengebrauch zu erzielen. Und damit immer mehr Menschen zu ernähren. Scheinbar wurde so die Lebensdauer der Menschen gegenüber früheren Zeiten verlängert. Der Tod aufgeschoben. Jedoch: Der künstliche Dünger und die Mittel, die anderen Pflanzen das Leben kosten, damit mehr gewünschte Ackerfrucht auf diesem Boden wachsen kann, wirken langsam auf den Menschen zurück, vergiften diesen schleichend über das Trinkwasser und manche Substanzen stehen im Verdacht, auch die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Die Bestrebung, besser und länger zu leben, später oder möglichst gar nicht zu sterben, lässt dann weniger neues Leben entstehen?

Die Ausbreitung des Lebens, von der Zahl der Lebewesen her, findet dort ein Ende, wo sich Lebewesen der gleichen Art Raum und Nahrung nehmen und Konkurrenz zu anderen Arten auftreten. Auch „beste“ Kunstdünger und Pestizide können keine unendlich steigende Nahrungsproduktion bewirken.

Wir kennen das doch als Menschen: Um uns ausbreiten zu können nehmen wir anderen Lebewesen den Lebensraum und deren Lebensmittel. Holzen Wälder ab für unsere Wohnungen, Heizungen oder für Schiffe, mit denen wir Fischefangen fahren können. Die Tiere, die dafür in unsere Pflanzungskulturen ausweichen wollen, dezimieren wir, feindliche, konkurrierende Arten habe wir inzwischen ganz aus dem Buch des Lebens gestrichen. Absichtlich oder fahrlässig. In jedem Fall aber, weil wird den Wert dieses Lebens nicht erkennen konnten. Und die Menschheit wird dennoch – vielleicht deswegen – ihrem Tod nicht entrinnen können.

Mit begrenzter werdendem Lebensraum und dem Eindruck, dass es für einen Stamm, eine Volk nicht mehr reichen könnte, wird jeder Fremde vom Gebiet fern gehalten. Der Mensch wird des Menschen (Tod-) Feind. Wir erleben ja deutlich solche Auswüchse: „Wir zuerst - Deutschland den Deutschen, Amerika first – Großbritannien muss britisch bleiben“. Eifersüchtig wird auf die Wirtschaftskraft geschaut: „Wir kaufen von denen mehr, als sie bei uns kaufen – sie nehmen uns so langsam alles weg und lassen uns letztlich aushungern.“ Oder auch: „Solange eine Gemeinschaft mir selbst mehr Vorteile als Anstrengungen bringt, bin ich dabei – aber die Gemeinschaft als neuer Organismus, für dessen Leben es sich zu arbeiten lohnt – nicht mit mir“.

Gerade die „reichen“ Länder haben das Problem schon lange gezeigt, ohne seine Ursache wahrhaben zu wollen: Überalterung bei fehlendem eigenen Nachwuchs (zugezogene Neubürger gelten nicht, allenfalls als „Fresskonkurrenten“). Wir geben kaum noch Leben, wollen aber nicht mehr Platz schaffen (sterben). Neues Leben braucht den Tod des Alten, schon des Platzes wegen. Einsetzen für eigene Kinder? Erst, wenn die Karriere (eigene natürlich) steht. Gemeinsame Verantwortung im Sinne einer Elterngemeinschaft (Familie)? Solange es Spaß macht und Prestige und Ansehen (wir haben eine eigene „Eltern-kult-kultur geschaffen) bringt, ja. Aber wenn es Mühe macht, Verzicht auch eigenen „Genusses“ für die Gemeinschaft bedeutet, dann nicht mehr. Die Ehe als Lebensgemeinschaft für die „Aufzucht eigener Kinder und die Unterstützung der Aufzucht deren Kindern“ ist nicht mehr. Ein Wirtschaftsbetrieb der dem Eigennutz dient. Bei Auflösung wird geschaut, was wer eingebracht hat und welche Vor- oder Nachteile der jeweils andere ausgleichen muss. So als ob die Zeit des gemeinsamen Wirkens für die Gemeinschaft nicht zählt.


Und wir wundern uns, dass immer mehr alte Menschen da sind, die dann von den wenigen und immer weniger werdenden jungen ernährt werden wollen. Und wenn dann die Alten durch lebenslange Arbeit für sich selbst sorgen wollen (und es gesundheitlich auch könnten), dann fehlen einfach Arbeitsplätze für die Jungen. Sie werden nicht „natürlich“ frei. Der Konsum kann nicht wachsen, wenn Konsumenten nicht dazu kommen oder die kein Geld für den Konsum haben. Arbeitsplätze ohne Konsumenten? Ja bisher ging das gut, weil Konsumenten in anderen Ländern unsere Arbeitsplätze ausgelastet sein ließen.

Nun wollen andere Völker nicht mehr hergeben, als sie bekommen. Denn sie wollen ja selbst überleben, möglichst ewig leben. In der Geschichte hat man das gelöst, indem man andere Völker per Krieg unterwerfen konnte und Abgaben erzwingen konnte. Auch heute fühlt man sich an solches erinnert.

Und nun die Medizin und Heilkunde – als Wirtschaftsfaktor mittels dessen einige Menschen noch schnell für „schlechte Zeiten“ Vorräte (Geld und Macht) ansammeln wollen.

Der nahezu unsterbliche ewig gesunde (vitale und reiche) Mensch wird zum Ziel eines jeden Menschen erklärt, und das Ziel wird als erreichbar dargestellt. Man muss eben nur zum Nutzen einiger weniger Geld investieren und kritiklos deren Eingriffe ins persönliche Leben (Gesundheitsratschläge, Präventionsregeln). Länger und gesünder, am besten noch wohlhabend leben, am besten niemals sterben, durch Konsum wird’s möglich?

Wie kann man selbst reich werden, wenn man anderen das Geld in den Beutel steckt? Wie kann man gesund bleiben, wenn man die individuellen eigenen Bedürfnisse und Gegebenheit nicht beachtet? Wenn man sich entpersonifiziert und für einen Statistik-Alien hält, der irgendwelchen „Studienergebnissen“ entsprechen will?

Wenn das Virus der gelenkten Zweckinformationen das Gehirn am eigenen Denken hindert, wie gesund bleibt das eigene Hirn?

Dass einzelne Lebewesen, ob Einzeller oder vielzelliger Organismus, unsterblich sein sollen, immer ohne Verschleißzeichen altersunabhängig optimal funktionieren, das ist nicht Wesen des Lebens. Das ist lebensfeindlich, denn das begrenzt die Zahl der möglichen Organismen insgesamt und vor allem der gleichen Art in einem begrenzte Lebensraum mit – ohne Regenerationsmöglichkeit - schwindenden Ressourcen. Das Alte lässt dem Neuen keinen Raum – und (das beobachten wir doch seit geraumer Zeit) will kein Neues mehr ins Leben kommen lassen – oder kann es durch zu alt werden beim (statt) erstem Kind nicht mehr.

Man hat viele Ruhestandsjahre mit gutem Einkommen. (Längst nicht alle Menschen, aber die, die länger leben, weil sie reicher und sozial besser gestellt waren/sind) Diese Menschen, die eben das Geld haben, auch noch im Alter, sind die, auf die sich die „Gesundheitswirtschaft“ stürzt. Daneben die (inzwischen wenigen und immer weniger werdenden) Jungen, die auch sozial und wirtschaftlich gut da stehen und fürs Alter noch gut sparen können, als Zielgruppe für Lifestyle und Wellness/Prävention.

Schon mal im Fernsehen die Werbespots (ist es Spott und Hohn für die gering verdienenden Jüngeren?) gesehen, bei denen ein wohlstandsreicher Pensionär einem mittelalten Karrieristen Ansporn für dessen Geldgeschäfte/private Altersvorsorge sein soll?

Sterben tun die Ärmeren, Kranksein ergibt sich aus deren Lebensumständen. Wenn diese letztlich kaum noch Kinder ernähren können, keinen Wohn- und Lebensraum mehr zusammen mit diesen haben werden, wer zahlt dann die Rente/Pensionen der Greise, die sich mittels Geldeinsatz zum Jüngling spritzen lassen um mit diesem um die jungen Frauen zu konkurrieren? Mit denen sie aber keine Kinder zeugen wollen, denn die stören ja das freie Leben des reichen „Lustgreises“.

Welche Krankheiten muss sich die Natur noch ausdenken, um dem Treiben ein Ende zu machen? Um endlich wieder Leben zu sichern, weil der Tod dieses fördern kann?

Warum ist es noch immer kaum verstanden, dass es Krankheiten gibt, weil ein Lebewesen immer älter wird? Alterskrankheiten (Zivilisationskrankheiten auch?) sind von der Natur gewollt, vom Prinzip Leben gewollt und das Leben bewahren zu können und seine Weiterentwicklung zu ermöglichen.Muss die Natur erst ihre katastrophale Macht zeigen und die Erde durch rütteln? Muss erst der zum Egoismus irregeleitet Geist Kriege anzetteln, die dem Tod wieder seine Lebenserhaltende Funktion wieder geben?

In Würde alt werden bedeutet auch, die eigene Sterblichkeit nicht mehr zu fürchten, weil sie dem Egoismus widerspricht, sondern das nachfolgende Leben zu hegen, dafür zu sorgen, dass es nicht im Müll der - niemals vergehenden - Altgeneration erstickt und wegen Mangel an „guter“ Nahrung verkümmert.

Haben früher begrenzte Ernten die Menge der Menschen limitiert, so beginnt heute das alles, mit dem wir noch immer Überfluss aus begrenztem Boden herausdopen. uns schleichend zu vergiften. Pestizide in der Nahrung schalten dann den Schädling Mensch aus? Sie sorgen dafür, dass er erkennt, dass er nicht ewig leben soll, aus Lebensprinzip nicht?

Was machen wir in der Heilkunde? Statt uns vordringlich darum zu kümmern, dass „unnötige“ Krankheiten und Leiden gelindert werden, um Arbeitskraft auch für die Gemeinschaft zu erhalten, suchen wir immer mehr danach, wie man (irgend ein Statistikwesen) leben sollte, essen, trinken Sport treiben, um möglichst wenige „Verschleißkrankheiten“ zu bekommen und möglichst lange zu leben. Dabei entwickeln wir Programme, Dienstleistungen und Waren, an deren Verkauf wir und wenige andere verdienen. Damit sich das „Normalmensch“ leisten kann, muss er mehr verdienen, entsprechend mehr berufliche Leistung bringen – bis zum Burnout, den wir ja verhindern wollten.

Die ganze (teure) „Vorbeugerei und Gesundleberei“, die sich längst nicht immer mit der Realität der Arbeits- und Sozialwelt vereinbaren lässt, dient im Grund genommen wieder dem Kommerz: Mehr und länger beruflich viel leisten können, trotz steigender Belastung und sinkendem Realeinkommen - nutzt dem Profit der Konzerne, um mal ein plattes/plakatives Schlagwort zu verwenden.

Das spart aber der Allgemeinheit (Krankenversicherungen, Sozialsysteme) keine Kosten. Immer teurere Therapien und Medikamente für Krankheiten, die einfach natürliche Folge sind des zunehmenden Alterns, bringen steigende Ausgaben, zu den Kosten für „Prävention“ vor diesen Krankheiten dazu. Deren Nutzen wird wirklich erst in Jahren und Jahrzehnten zu erkennen sein – wenn er denn existiert.

Man spricht von Zivilisationskrankheiten, also Krankheiten, die durch Zivilisation, modernes technisiertes Leben in allen Bereichen meinen wir wohl damit, entstehen.

Warum jammern wir, wenn wir diese Zivilisation doch wollen, dass wir dafür die Folgen tragen müssen? Wer will auf moderne Nachrichtenübertragung (Mobiltelefon usw.) verzichten, nur weil die im Rufe steht, sie könne schädliche „Strahlungen“ erzeugen.

Nichtrauchern ist es immer mehr gelungen, die Gifte, die Raucher in die Umgebung abgeben von sich fern zu halten. Aber wie können sich „Nichtsmartphoner“ schützen? Dürfen die überhaupt die Entfaltung der „Smartphoner“ so einschneidend beeinflussen, dass Handymasten und W-Lan Sender verboten werden? Und der Feinstaub durch Autos, der viele krank machen könnte? Keine Verbrennungsmotoren mehr? Und wer hilft den wirtschaftlich schwachen Autofahrern Elektroautos neu zu kaufen? Sollen die doch mit Bussen und Bahnen zur Arbeit und wieder nach Hause fahren, wenn es denn welche gibt. Pendler, die in der Stadt arbeiten und mit dem Auto hinfahren, weil sie auf dem Lande (mit schlechten ÖPV) billiger ein Haus bauen konnten, wer bringt die zur „allgemeingesundheitlichen Räson“?

Modern (zivilisiert) leben ohne die Risiken und Folgen zu akzeptieren? Auch dieses Leben bringt den Tod und vielleicht danach/daraus ein neues (besseres) Leben?

Selbst wenn wir alle Verschleißteile des des Organismus – ja die gibt es, weil Leben Veränderung und ständig Reparaturbedarf bedeutet – möglichst „in Watte packen“ (lebt man dann?) oder einfach durch Ersatzteile (menschliche Spenderorgane oder technische Apparaturen) ersetzen, werden wir älter und schreiten auf den Tod zu. Älter werden richtet sich nicht nach dem kosmetischen Aussehen oder lässt sich durch Nahrungsergänzung aufhalten, sondern richtet sich nach den Jahren, die wir unseren Organismus gebraucht haben.

Können wir den Wert unseres Lebens schätzen, dankbar für das gelebte Leben sein (mit all seinem Verschleiß), wenn wir einfach nicht genug bekommen können? Und dann neuem Leben den Raum nehmen aber unsere „Exkremente“ dem überlassen?

Haben wir nicht dadurch, dass wir das Leben bekommen haben auch ein Recht darauf auch zu leben? So lange und so gut es geht? Warum sollen denn nicht einige, denen es wirtschaftlich besonders gut geht, auch auf Kosten der anderen, denen es nicht so geht, sich alles Leisten können, um möglichst lange möglichst gut zu leben? Warum nicht? Leben ist Privatsache und geht andere nur solange was an, wie diese für die Privatsache eines Anderen nutzen bringen können?

Schwer? Insbesonders dann, wenn wir wissen, dass das Leben als solches nur durch Tod (weiter) lebt. Ist „das ewige Leben“ an jeweilige konkrete Lebewesen geknüpft oder meint das nicht das Leben an sich? Dem wir aber mit unserem zeitlich begrenzen Menschenleben dienen können?

Copyright K.-U.Pagel 02.2017










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen