Montag, 25. September 2017

Vitamin B 12 - warum Speicherfähigkeit des Körpers

Ein Beitrag zu B 12 und Veganern

https://das-gesundheitsplus.de/wie-veganer-genug-vitamin-b12-bekommen/

lässt mich zum Nachdenken anregen, auch über sogenannte Empfehlungen zum Tagesbedarf von Vitaminen, aus meiner Sicht als jemand, der seit rund 35 Jahren Heilkunde betreibt, auf der Basis von Physiologie und Biologie (also der Natur - Naturheilkunde).





Beim Vitamin B 12 wird deutlich: Die Biologie (Evolution) hat es so eingerichtet, dass Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann die aber immer gebraucht werden, (physiologisch) gespeichert werden können. Das dann als Überlebensstrategie, wenn es natürlich ist, dass aus den Nahrungsangeboten mal in einiger Zeit recht wenig kommt und in anderer Zeit recht viel. So ist z.B. der Wechsel der Jahreszeiten mit den unterschiedlichen Angeboten an Nahrungsmitteln, auch mit Abschnitten geringen Angebots von Nahrung überhaupt, keine Bedrohung für die Zellfunktionen.

Da stellt sich die Frage nach dem Sinn einer anhaltenden Zusatzzufuhr zu den natürlichen Nahrungsangeboten durch "Nahrungsergänzungsmittels" (außer bei krankheitsbedingten Störungen). Eine Frage, die ich an anderer Stelle für mich als  "nicht notwendig" beantwortet habe. Die Veganer zeigen uns: Wer stark einseitig isst, kann keine Vorräte anlegen für bestimmte Zeiten und dann auch nicht aus denen überleben. Dem fehlt dann auch zu "normalen" Zeiten so ein Funktionsstoff. Der benötig eine zusätzliche Zufuhr, "künstliche" zur Zufuhr über die Inhaltsstoffe natürlicher Nahrungsmittel hinaus. Und auch wenn man eventuelle mit Algen eine Zufuhr an B 12 erreichen könnte, so ist das doch wieder sehr eingeschränkt und damit sehr einseitig "abhängig" möglich.

Bei Vitamin B 12: Pflanzenkost bietet davon kaum etwas, weil die Pflanzenzellen es nicht verwenden und damit auch nicht enthalten, wenn wir uns davon ernähren. Erdbakterien, die auf Pflanzen  gelangen können, bringen das B 12 dann mit, wenn man die Pflanze isst (in kleinen Mengen). Kühe (als ein Beispiel für reine Pflanzenfresser) züchten in einem Vormagen diese Bakterien, die sie mit jedem Grashalm neu aufnehmen und bieten den Bakterien mit dem gemahlenen (Wiederkäuer) Grasbrei eine gute Vermehrungsmöglichkeit und damit auch viel Grundmaterial, um B 12 zu bilden. Das kommt dann den Zellen der Kuh zugute, wird auch mit der Milch ausgeschieden, um andere Lebenwesen (z.B. Kälber) damit zu versorgen..

Für uns Menschen bietet der Winter wenig (frische) Pflanzennahrung. Da hilft es, wenn man sich von der Jagd oder von Nutztieren aus dem Stall zusätzlich ernähren kann. Dann kommt aus der tierischen Zelle viel B 12 in den menschlichen Körper, viel mehr, als er im Winter benötigt (und überhaupt aus Pflanzen beziehen könnte). Das füllt die Speicher z.B. in der Leber.

In Frühjahr und Sommer macht es wenig Sinn, Tiere zu schlachten, zu bejagen, weil diese ja auch wie Pflanzen ihren "Nachwuchs" bekommen sollen, um ihre Zahl nicht zu vermindern und weiter mit und von ihnen leben zu können. Wer Saatgut ißt bekommt keine Ernte, wer das Lämmchen schlachtet bekommt später weder Milch noch Wolle.

In der Zeit bis zur Ernte dienen auch tierische Produkte, nicht (im natürlichen Zyklus selten) Tiere selbst (ihr Fleisch) der zusätzlichen (zu Pflanzen) Ernährung des Menschen (wenig B 12). - In unserer Zeit der Massentierhaltung und des billigen Fleischen ist das anders (unnatürlich) geworden. - Wenn die Ernten Fülle von Pflanzen bringen (auch für den Wintervorrat) kann die Ernährung mehr zu diesen Pflanzen gehen.. Im Winter dann, müssen sich die Tiere mit den Menschen die weniger werdenden Pflanzen (Wintervorräte) teilen. Sinnvoll kann dann sein, Tiere zu schlachten und zu essen, die kaum durch den Winter gefüttert werden könnten oder nur zu Lasten der Menschen. B 12 Überschüsse finden sich dann in der Nahrung.

Übrigens speichert der menschliche Körper auch das Vitamin Folsäure (Pflanzen sind typische Quelle) für längere Zeit. Folsäure und Vitamin B 12 arbeiten zusammen, alleine sind sie nichts. So unterscheiden sich die Zeiträume und Nahrungsquellen für diese Vitamine, aber es ist immer von beiden genügend bevorratet.

Das eine vereinfachte Darstellung zur Erläuterung eines biologischen Prinzipes.

Ein weiter Gedanke aus der Evolution des Menschen: Es ist durchaus ein wichtiger Faktor dafür, dass die Spezies Mensch über die vielen Jahrtausende immer größer und schwerer geworden ist und sein Gehirn so entwickeln konnte (vielleicht hängt auch die deutlich gestiegene Lebenserwartung damit ein wenig zusammen), dass die Versorgung mit Vit B12 aufgrund des erheblichen Erweiterns der Nahrungsquellen (Vit. B 12 Quellen) mittels Tieren und ihren Produkten erheblich zugenommen hat und sicherer geworden ist.

Größere Menschen haben mehr Körperzellen und diese benötigen schon im laufenden Betrieb in der Summe mehr Vit B 12 als kleinere Lebewesen. (s.o. große Rinde haben einen eigenen Bioreaktor im Vormagen für die Produktion großer Mengen entwickelt). Vit B 12 ist für Zellteilung unerlässlich, ohne Zellteilung kein Wachstum. Das Nervensystem, vor allem die ständig große Menge an neu zu bildenden Nervenbotenstoffen, ist ein intensiver B 12 Verbraucher. Beschränkungen an B 12 lassen dann kein großes Wachstum und nur schlechtere Zellregeneration und keine große Arbeit des Gehirns zu. B 12 Mangel kann zu schweren Nervenschäden und Psychosen führen, wenn der Bedarf anhaltend weit über der verfügbaren Menge liegt. Auch scheint ein Mangel den Herzmuskelstoffwechsel zu beinträchtigen (Homocystein als sich ansammelndes Stoffwechselprodukt) und vielleicht Herzkrankheiten damit zu begünstigen.

Umso notwendiger wird eine regelmäßige Ergänzungszufuhr bei streng veganer Ernährung, nicht für den Gemischtköster und lakto-ovo- Vegarier (der auch Fisch ißt).  B 12 wird dazu vegan gewonnen aus Bakterienkulturen und in regelrechten Bioreaktoren gezüchtet. Extrakte aus Fleisch oder anderen Tierprodukten kommen dann nicht in Frage (wären auch viel zu teuer für die Nahrungsergänzungsmittelindustrie).

Mittwoch, 23. August 2017

Heilpraktiker abschaffen - viel Lärm um nichts

Diskussion um Heilpraktikerberuf und seine Qualifikationen - Münsteraner Memorandum

Eine Veröffentlichung eines Ärztekreises, das sogenannte Münsteraner Memorandum, hat vor wenigen Tagen die Diskussion um den Heilpraktikerberuf, aber auch alternative Heilverfahren an sich, angeheizt. Es lohnt sich diese mal genau zu lesen, statt nur manchmal recht einseitige Darstellungen in der Presse allein zu sehen oder gar nur das zu sehen, was Gegenredner in ihren Erklärungen daraus zitieren oder dieser zuschreiben:

https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=19264

Zutreffend wird z.B. festgestellt:

"Unbestritten schenken viele Heilpraktiker ihren Patienten Zuwendung und wohltuende Aufmerksamkeit, die diese in der auf Effizienz getrimmten wissenschaftsorientierten Medizin sehr oft nicht finden. Auch scheinen nicht wenige Patienten die aus wissenschaftlicher Sicht irrationalen Therapieansätze dieser Behandler zu bevorzugen, wobei sie allerdings den unzutreffenden Eindruck haben mögen, deren staatliche Zulassung garantiere Qualität und Kompetenz. Dies liegt daran, dass staatliche Zulassungen normalerweise genau diese Funktion haben, im Sonderfall der Heilpraktiker aber nur minimale Kenntnisse zur Gefahrenabwehr verlangt werden. Auch zur umfangreichen Verpflichtung der wissenschaftsorientierten Medizin auf den
therapeutischen State of the art und auf eine beständige systematische Verbesserung gibt es innerhalb des Heilpraktikerwesens keine Entsprechung. Wenn Patienten dennoch die Dienste von Heilpraktikern in Anspruch nehmen, dann vermutlich auch deshalb, weil ihnen die zur Anwendung kommenden Verfahren oft pauschal und fälschlich als natürlich, sanft, wirksam und nebenwirkungsfrei angeboten werden."

Dem kann man tatsächlich zustimmen. Die Fakten stimmen und die Vermutungen lassen sich ableiten. Gerade dann, wenn Heilpraktiker in Ablenkung von der Bedeutung der Berufszugangshürde, die per Gesetz lediglich eine Überprüfung ist rein zur Gefahrenabwehr, immer wieder von Prüfungen sprechen in ihrer Selbstdarstellung in der Praxiswerbung, manche gar schreiben, sie hätten ein Studium dazu an der und der Schule gemacht, kann man nachvollziehen, dass Patienten fälschlich eine Art Fachwissensprüfung in vergleichbarer Weise wie bei anderen Heilberufen vermuten.

Solange Heilpraktikerverbände ihre Mitglieder nicht dazu verpflichten, solche zur Irreführung vielleicht geeigneten aber unzutreffenden Angaben zu unterlassen, wird das Problem nicht beseitigt sein. Auch wenn tausende, die so etwas machen (weil sie vielleicht in ihren "Schulen" auch nichts anderes gelernt haben) immer wieder nur als Einzelfälle dargestellt werden, ist das nicht unerheblich.

Eine bildhafte Aussage in diesem Memorandum wird in den "Widerworten" mancher Heilpraktiker gerne völlig verkürzt wiedergegeben und als unverschämt bezeichnet. Hier mal der Zusammenhang:

"Mit zugespitzten Vergleichen: Es wäre undenkbar, Brückenbau auf der Grundlage spiritueller Statik zuzulassen oder jemandem die Steuerung eines Flugzeugs anzuvertrauen, dessen ganze Kompetenz in einem erfolgreich absolvierten Workshop über die Sage des Ikarus besteht. So abstrus dies erschiene – auf der Basis vergleichbarer fachlicher Voraussetzungen dürfen Heilpraktiker in Deutschland Patienten untersuchen und behandeln."

Warum soll man solches nicht so deutlich machen? Tatsächlich - wer will das abstreiten - finden durchaus Behandlungen durch Heilpraktiker, als Berufsausübende (Profis - und durch Laien, die sich dazu berufen sehen), statt, die auf rein philosophischer weltanschaulicher Basis stehen. Und überprüft wurden nicht die Grundlagen der jeweiligen speziellen Erkrankung.


Doch das Memorandum meint nicht nur die Heilpraktiker, die nicht aus Heilberufen kommen, sondern alle, die im Bereich der komplementären und alternativen Medizin eine Betätigung suchen:

"Neben Heilpraktikern gibt es aber auch sehr viele Ärzte, die KAM-Verfahren anbieten, bewerben und dies ihrem Selbstverständnis nach als „Integrative Medizin” bezeichnen. Während Ärzte nicht als Heilpraktiker firmieren dürfen, da eine Heilpraktikerprüfung ihnen weder Zusatzqualifikationen
bescheinigen noch Zusatzbefugnisse verleihen würde, gilt dies nicht für
Zahnärzte, Psychologen oder Physiotherapeuten, die ihre vergleichsweise eingeschränkten berufsspezifischen Befugnisse durch eine Zusatzzulassung als Heilpraktiker ausweiten können.Eine große Gruppe solcher „Add-on” - Heilpraktiker bietet KAM neben den etablierten akademischen oder halb-akademischen Verfahren ihres Berufsstands an. Wegen des (außer bei „Psychotherapeutischen Heilpraktikern“) unbegrenzten Behandlungsbereichs dürfen sie in dieser Funktion nämlich über das Gebiet ihrer „eigentlichen” Profession hinausgehen. So dürfen
Heilpraktiker-Zahnärzte – ebenso wie Heilpraktiker - Physiotherapeuten – grundsätzlich auch Nieren- und Herzprobleme behandeln, was ihnen als „reinen” Zahnmedizinern verboten wäre."

Und es geht weiter:

"Schadenspotentiale durch die Tätigkeit ärztlicher KAM-Anbieter

Wenn KAM innerhalb der wissenschaftsorientierten Medizin angeboten wird, entstehen ebenfalls Probleme. So können auch Ärzte, die von der Wirksamkeit bestimmter alternativmedizinischer Verfahren überzeugt sind, ihren Patienten schaden, wenn sie solche anstelle sinnvoller Maßnahmen der wissenschaftsorientierten Medizin anwenden und ihnen somit ein evidentermaßen überlegenes Vorgehen vorenthalten. Aber unsere Bedenken gehen deutlich weiter. So sollten aus unserer Sicht Verfahren der Alternativmedizin überhaupt keinen Platz in der wissenschaftsorientierten Versorgung haben, da dies als wissenschaftliche „Adelung” des gerade Nicht-Wissenschaftlichen erscheinen muss, und zwar selbst dann, wenn diese Verfahren lediglich ergänzend eingesetzt werden. Hier gilt: Ein der Patientenversorgung verpflichtetes Gesundheitssystem muss von unbelegten und überzogenen Heilsversprechen gänzlich freigehalten werden."


Es geht um Kritik an bestimmten komplementären alternativen Verfahren überhaupt. Heilpraktiker sind kein Mitglied des Gesundheitssystem, auch wenn sie zu den Heilberufen zählen.

Wer würde dieser Aussage widersprechen?:

"Entsprechend sind auch Hoffnungen auf Heilung durch Methoden der AM grundsätzlich zu respektieren. Andererseits kann es ethisch nicht hingenommen werden, wenn Patienten die mitunter weitreichende Entscheidung, exklusiv auf AM zu setzen, vor allem in Ermangelung umfassender und wahrhaftiger Aufklärungsangebote treffen."

Um diese Aufklärung leisten zu können, auch über Angebote der Schulmedizin, müssen diese bekannt sein und vom Aufklärenden verstanden werden. Da allerdings darf zu Recht darauf verwiesen werden, dass Heilpraktiker solches Wissen bei der Berufzulassungsüberprüfung rein zur Gefahrenabwehr nicht haben müssen. Jedoch müssen Heilpraktiker gemäß der Rechtsprechung dann, wenn sie bestimmte Verfahren anwenden wollen, deren Grundlagen genau kennen und auch die jeweils zu behandelnden Krankheiten mit möglichen Therapieweisen. Woher das Wissen kommt, ist Sache des Heilpraktikers. Versuche, sich darauf rauszureden, dass ja die Überprüfung bestanden worden wäre und man glaubte, deswegen genügend zu wissen, gingen daneben. Die Idee, dass für solche umfassende Aufklärung eine Ausbildung mit klarem Wissenskatalog Grundlage sein sollte, ist nicht abwegig. Der Gesetzgeber setzte aber auf eine frei gewählte Ausbildung der Heilpraktiker.

Schon vor über 10 Jahren gab es mal Überlegungen im Bereich der Länderarbeitsgemeinschaften zum Heilpraktikerberuf, dass Heilpraktiker, eben weil sie kaum Schulmedizinisches in ihren Angebot haben, eher mal dieses in der Aufklärung weniger gründlich erwähnen könnten und deswegen zunächst ein Arzt feststellen sollte, ob Alternatives (was er auch anbieten kann) angezeigt ist. Das wurde nicht weiter verfolgt, weil eine entsprechende gesetzliche Begrenzung unangemessen erschien.

Doch auch gegen Ärzte richtet sich der Vorbehalt beschränkter Aufklärungsmöglichkeit:

"Zwei Schwierigkeiten, wie man sie auch aus anderen Bereichen der medizinischen Aufklärung und Beratung kennt, scheinen nun aber bei KAM besonders ausgeprägt. Erstens: Wenn Ärzte und Heilpraktiker ihre Patienten, wie geboten, über die fehlende wissenschaftliche Absicherung
und fehlende professionelle Akzeptanz von KAM aufklären, senken sie absehbar die Nachfrage nach den eigenen Behandlungsangeboten. Dies steht jedoch ihren ökonomischen Interessen entgegen und zum Teil auch ihrer Haltung zum methodischen Vorgehen der wissenschaftsorientierten Medizin. Ähnlich problematische Interessenkonflikte treten etwa auch bei den sogenannten IGe-Leistungen auf und müssen hier wie dort durch strukturelle Maßnahmen entschärft werden."

So abwegig ist der Gedankengang doch gar nicht. Und vor allem nicht einseitig den Heilpraktikern angelastet. Gar die IGel-Leistungen der Ärzte findet hier Kritik.


Mein Eindruck ist, dass im Grunde dieses Memorandum selbst gar nicht wirklich gelesen wurde, vielmehr sich Gegner und Heilpraktikerbefürworter auf teils verzerrten und einseitigen Darstellungen stützen und im Grunde mit ihren Argumenten Tatsachen nicht wegreden können und nachvollziehbaren Gedanken nicht wirklich die Berechtigung absprechen können. 

Co.  K.-U.Pagel 08 2017


Ergänzung zur Information:


Was muss ein Heilpraktiker wissen?

Da das Gebiet der Heilkunde sehr weit reicht und nicht nur normierbares wissenschaftlich Begründetes dazu gehört, hat der Gesetzgeber neben dem gesetzlich auch vom Wissensinhalt normierten Arztberuf einen Heilberuf zugelassen, der große Freiheiten seiner Tätigkeiten haben soll. Dazu war es der extrem unterschiedlichen Verfahren und Ideen wegen nicht möglich, eine normierte Ausbildung festzulegen.

Doch der Schutz der damals so genannten Volksgesundheit vor Ausübenden, deren Tätigwerden Gefahren bringen könnte, sollte gewährleitet sein. So wurde die Berufsausübung als Heilpraktiker erlaubnispflichtig und die Erteilung der Erlaubnisse wurde zum einen an persönliche Merkmale geknüpft zum anderen daran, dass ein Mindestwissen vorhanden sein muss, welches ermöglicht Gefahren für Patienten zu erkennen. Dazu sollte es genügen, um die Grenzen der eigenen Möglichkeiten erkennen zu können und rechtzeitige Verweisungen an Ärzte sicher zu stellen.
Die gesetzlichen Regeln für den Beruf und die Tätigkeit müssen gewusst werden.

Das muss mittels einer Überprüfung - der Gesetzgeber verwendet ausdrücklich zur Abgrenzung gegenüber den Prüfungen in anderen Gesundheitsberufen und um Fehleinschätzungen zu vermeiden diesen Begriff - durch den Amtsarzt festgestellt werden.

Das bedeutet: Heilpraktiker müssen sich einer GefahrenabwehrÜBERPRÜFUNG unterziehen, um sicher zu stellen, dass genügend (medizinische Grund-) Kenntnisse und Fähigkeiten da sind, um nicht nicht schaden. Ein umfangreiches Wissen zum Nutzen der Patienten, wie es Ärzte im Studium erwerben müssen, muß für die Berufserlaubnis NICHT dargelegt werden. Demnach ist kaum zu erwarten, dass lediglich mit dem Überprüfungswissen eine heilkundliche Tätigkeit ausgeführt werden kann.

Das für diese Tätigkeit notwendige Wissen muss in eigener Verantwortung dazu erworben werden. Wie, das ist nicht vorgeschrieben. Es muss aber genügend sein, um das jeweilige Therapieverfahren bei der jeweiligen Erkrankung, bei dem jeweiligen Beschwerdebild sicher ausführen zu können. Es muss genügend genaues schulmedizinisches Wissen über die jeweilige Krankheit vorhanden sein, um erkennen zu können, ob das gewählte Verfahren überhaupt angewendet werden darf und mit welchen Risiken verbunden. Es genügt nicht, z.B. die philosophischen und spirituellen Hintergründe der Kranheitssicht zu kennen. Daraus muss sich ergeben können, dass vor jeder Behandlung der Patient genau und umfassend über die Erkrankung und die möglichen Therapien, auch schulmedizinischen, objektiv aufgeklärt wird.

Das bedeutet z.B. wenn ein Heilpraktiker Patienten mit rheumatischen Erkrankungen - auch nur alternativ - behandeln möchte, muss er ein so umfangreiches Wissen über die verschiedenen dazu gehörigen Erkrankungen haben, wie man das von einem Arzt verlangen würde.

Die Rechtsprechung bestätigt, dass es nicht genügt, sich nur darauf zu berüfen, man hätte ja eine Überprüfung bestanden, sondern verlangt spezifisches Wissen darüber hinaus für den Fall des Tätigwerdens, wenn auch nur mit "alternativen" Verfahren.

Das bedeutet für den Heilpraktiker eine riesige Verantwortung im selbstverantworteten Lernen weit über die Überprüfung hinaus. Der Gesetzgeber erwartet das auch und entsprechend ist die Haftung für das Tun des Heilpraktikers. Verweisen auf Selbstheilung oder Eigenverantwortung des Patienten genügt nicht.

Ein Heilpraktiker darf demnach nur eine solche Therapie durchführen, zu deren Anwendung er fachlich qualifiziert ist und über die er umfassend aufgeklärt hat, auch über Alternativen dazu.
Das BVerfG hat in einer Entscheidung zu Hufschmieden (!) 2006 festgestellt:
"Heilpraktiker müssen deshalb nicht über umfassende heilkundliche Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen (vgl. BVerfG, a.a.O.), dürfen Patienten aber nur im Rahmen ihres persönlichen Könnens behandeln....(Beschl. v. 03.07.2007 – 1 BvR 2186/06 –, BVerfGE, 119, 59 ff. )"

Warum sollte man als Heilpraktiker nicht dazu stehen, wenn man vom Gesetzgeber letztlich große Freiräume in der Methodenwahl erhalten hat?

K.-U-Pagel 08 2017 


25.08.2017


Ich füge eine Kommentierung einzelner Aussagen des Memorandums an. Zitate sind mit < > gekennzeichnet.


Zum Münsteraner Memorandum im Einzelnen:

< … spezifische, aber nicht trennbare Teilaspekte dieses Problems sind Fehlbehandlungen durch (i) Heilpraktiker, die ihre Patienten überwiegend mit Interventionen aus dem Bereich der (ii) Komplementären und Alternativen Medizin (KAM) behandeln >

Ja diese Fehlbehandlungen gibt es zweifelsfrei sowohl durch Heilpraktiker als auch durch Ärzte. Die wird es immer geben sind aber nicht „berufstypisch“ sondern immer ein Problem der Persönlichkeiten der Ausübenden. Auch Fehlbehandlungen im Bereich der "wissenschaftlichen" Medizin sind bekannt. Leugnen wir sie weder weg noch verharmlosen wird das.


< … Die Praxis der wissenschaftsorientierten Medizin … soll zumindest ihrem Anspruch nach durchgehend wissenschaftlich begründet und in ihren Behandlungsaussichten mit hinreichendem Evidenzgrad überprüft sein … >

Das ist ein zutreffender Anspruch und diesen hat die KAM nicht und muss sie ihrem Wesen nach auch nicht haben. Sollte sie aber auch nicht dem Patienten gegenüber irgendwie nahelegen, dass sie solchen Anspruch habe. Deswegen trifft zu:

< … wissenschaftliche Begründbarkeit und klinische Evidenz, werden von vielen KAM-Befürwortern skeptisch gesehen oder sogar abgelehnt ..>


< KAM, und hier besonders der AM-Anteil, ist gängige Praxis von Heilpraktikern, die sich aber auch Techniken der wissenschaftsorientierten Medizin bedienen. >

Wer will das bestreiten?

< Heilpraktiker selber, so lässt sich aus den zahlreichen explizit nicht wissenschaftlich fundierten Krankheits- und Heilkonzepten schließen, sehen sich vielfach als eigenständige Säule in einem „pluralistischen” Gesundheitssystem.>

Trifft voll zu und ist vom Gesetzgeber auch so gewollt, deswegen wurde der Heilpraktikerberuf auch geschaffen.

<Neben Heilpraktikern gibt es aber auch sehr viele Ärzte, die KAM-Verfahren anbieten, bewerben und dies ihrem Selbstverständnis nach als „Integrative Medizin” bezeichnen. … Eine große Gruppe solcher „Add-on”-Heilpraktiker bietet KAM neben den etablierten akademischen oder halb-akademischen Verfahren ihres Berufsstands an. >

Stimmt. Wo liegt da das Problem für den Heilpraktikerberuf?

<Hier nun liegt bereits eines der größten Probleme des Heilpraktikerwesens: Durch die staatliche Anerkennung von Heilpraktikern als „Heilkunde” Ausübende und durch die gesetzlich fixierte Berufsbezeichnung „Heilpraktiker” (vgl. Heilpraktikergesetz §1) wird Patienten suggeriert, es handle sich um staatlichgeprüfte Heiler, die im Grunde äquivalent zu Ärzten ausgebildet seien und ... .>

Ja, da legt ein Problem. Jedoch liegt es nicht am Heilpraktikergesetz und dem, was der Gesetzgeber als klare Abgrenzung gegenüber dem Arztberuf festgelegt hat. Es liegt an einzelnen Heilpraktikern, die den Eindruck erwecken können (oder gar wollen) sie hätten eine vergleichbare Ausbildung mit Prüfung, indem sie sich geradezu weigern, den Vorgegebenen zu Prüfungen abgrenzenden Begriff „Überprüfung“ zu verwenden. Irgendwie sind auch die Autoren des Memorandums darauf reingefallen, wenn sie die ausdrückliche Überprüfung als Prüfung bezeichnen – was dann ja auch Patienten passieren kann. Und da sollten einige Heilpraktiker einfach ihr „Geltungsbedürfnis“ (?) zügeln! Das aber könnte schon durch das Wettbewewerbsrecht zu regeln sein.

<... deren Kenntnisse sich zudem – anders als die vieler Ärzte – nicht auf ein oder zwei Fachgebiete beschränkten>
Diese Aussage ist falsch. Ärzte werden in ihrem umfassenden Medizinstudium gerade so ausgebildet, dass sich ihre Kenntnisse eben nicht nur auf ein oder zwei Fachgebiete beschränken dürfen!

<Heilpraktiker haben demgegenüber nur eine einzige Prüfung (Einschub: Überprüfung s.o.!) zu bestehen, in der sie nachweisen müssen, dass sie sich bestimmter Grenzen ihres Kompetenzbereichs bewusst sind, etwa bei der Behandlung von Infektionskrankheiten. … 1992 wurden Leitlinien definiert, nach denen die Gesundheitsämter Heilpraktiker in verschiedenen Wissensgebieten prüfen (ÜBERPRÜFEN!) müssen – schriftlich wie mündlich. Im Dezember 2016 hat der Gesetzgeber mit dem Dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG III) das Heilpraktikergesetz und die Erste Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz geändert. Nunmehr sollen bis Ende 2017 unter Beteiligung der Länder einheitliche Leitlinien erarbeitet werden, auf deren Grundlage zukünftig die Kenntnisprüfung von Heilpraktikeranwärtern durchgeführt werden soll. … Eine Erlaubnis darf auch zukünftig dann (und nur dann) verweigert werden, wenn sich bei der Kenntnisprüfung ergibt, dass die Ausübung der Heilkunde durch den Betreffenden eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die ihn aufsuchenden Patienten bedeuten würde.>

Wenn auch nicht klar genug formuliert wird deutlich und nicht bestritten: Der Gesetzgeber besteht darauf, dass jemand, der als Heilpraktiker tätig werden will, damit keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung (und den Patienten) darstellen darf. In verschiedenen Wissensgebieten findet auf der Basis schon länger bestehender Leitlinien eine Kenntnis ÜBERprüfung statt. Der Gesetzgeber strebt mit weiteren Leitlinien noch mehr Klarheit dabei an. Was gibt es noch zu bemängeln? Es ist doch alles im Grunde zutreffend gesagt. Keine Gefahr.

<Sobald Heilpraktikern die Erlaubnis zur Berufsausübung erteilt worden ist, dürfen sie Diagnosen stellen und Behandlungen durchführen, etwa auch Injektionen verabreichen und Infusionen legen. Sie dürfen damit fast alle im ärztlichen Beruf angesiedelten Tätigkeiten ausüben, … Je nach Lehre enthalten diese mehr oder weniger wissenschaftlich unbegründete oder unhaltbare Elemente: Vielfach handelt es sich dabei um Glaubensüberzeugungen, von denen viele wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen oder durch die moderne Medizin empirisch widerlegt sind.>

Auch das trifft zu. Je nach Lehre eben. Davon gibt es viele.

Die Überprüfung gemäß dem Gesetz soll gerade nicht den Nutzen für Patienten feststellen. Deswegen gilt auch für Heilpraktiker die Regel: Nur tun, was man – zusätzlich zum Überprüfungswissen gelernt hat. Mit dem Anspruch des Haftungsrechts, dass das Wissen dem eines Arztes für den konkreten Behandlungsfall entspricht.

Und wenn das nicht ausreichend in freier Wahl ders Ausbilungsweges geschieht, dann kann es in einzelnen Fällen auch zutreffen:

<Gerade reine Heilpraktiker laufen daher Gefahr, ihre Patienten auf der Grundlage bruchstückhafter wissenschaftlicher Kenntnisse sowie fehlerhafter Interpretationen und überkommener Konzepte von Krankheit und Heilung zu behandeln.<

Das trifft zu, diese Gefahr besteht grundsätzlich immer, auch bei KAM-Ärzten. Jeder der in der konkreten Heilkundeausübung zu geringe Kennnisse einer Sache hat und fehlerhafte die Konzepte interpretiert kann dem erliegen. Das haben die Autoren des Memorandums erkannt auch:

<Wenn hingegen Add-on-Heilpraktiker und Ärzte Alternative Medizin (AM) anbieten, tun sie dies zwar vor dem Hintergrund akademischen Fachwissens, sie blenden ihr Fachwissen beim Thema AM aber offenbar erfolgreich aus.>

Also kein Heilpraktikerproblem allein, was durch Gesetze verhindert werden könnte. Verstöße gegen Sorgfaltsregeln können bei jedem Heilberuf vorkommen.

<Ob Heilpraktiker oder aber Ärzte AM anbieten, macht auch insofern keinen Unterschied, als es aus unserer Sicht ethisch illegitim ist, absehbar unterlegene bis unwirksame Verfahren zu verabreichen oder sie als verdeckte Plazebos anzubieten.>

Die Autoren dürfen ihre Sichtweise zur AM darstellen auch wenn es Gegenmeinungen gibt.
<... Behandlung durch reine Heilpraktiker, deren Berufsbefugnisse und Ausbildungsstandards, wie beschrieben, ein erhebliches Missverhältnis aufweisen. ..>

Ja, das stimmt. Es gibt keine standardisierte Ausbildung für die spätere Tätigkeit nach der Überprüfung. Und auch für die gibt es keine standardisierte Ausbildung. Der Gesetzgeber hat bewusst auf Ausbildungsregelung von Form und Inhalt her verzichtet.

<Auch scheinen nicht wenige Patienten die aus wissenschaftlicher Sicht irrationalen Therapieansätze dieser Behandler zu bevorzugen, wobei sie allerdings den unzutreffenden Eindruck haben mögen, deren staatliche Zulassung garantiere Qualität und Kompetenz.>

Ein solcher unzutreffender Eindruck kann entstehen durch „übertreibende und selbsterhöhende“ Darstellung der Ausbildung und Zulassung zum Heilpraktikerberuf in Werbeauftritten von Heilpraktikern. Jedoch ist das „persönliche Regelübertreten“ kein Grund für gesetzliche Maßnahmen über die möglicherweise missachteten Werbebeschränkungen hinaus.

<Wenn Patienten dennoch die Dienste von Heilpraktikern in Anspruch nehmen, dann vermutlich auch deshalb, weil ihnen die zur Anwendung kommenden Verfahren oft pauschal und fälschlich als natürlich, sanft, wirksam und nebenwirkungsfrei angeboten werden.>

Ja, solche Werbeaussagen, die gegen das Heilmittelwerbegesetz verstoßen können, gibt es bei allen KAM-Anbietern, sie sind jedoch nicht zu verallgemeinern.

Eine <Gefährdung durch das unkontrollierte Feld des Heilpraktikerwesens.> kann demnach nicht so allgemein behauptet werden.

<... ähnlich abstrus mutet es an, dass innerhalb der staatlich regulierten Medizin Sonderregelungen für die Zulassung von Präparaten der Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophischer Medizin bestehen ...>

Hat nichts mit Heilpraktikern zu tun.

<... sollten die besagten Sonderregelungen entfallen, die sich nicht zuletzt dem erfolgreichen Wirken einflussreicher Interessengruppen verdanken ...>

Solche Interessengruppen gibt es in vielen Gebieten. Das Memorandum hier wurde von einer solchen erstellt.

<Wenn KAM innerhalb der wissenschaftsorientierten Medizin angeboten wird, entstehen ebenfalls Probleme. So können auch Ärzte, die von der Wirksamkeit bestimmter alternativmedizinischerVerfahren überzeugt sind, ihren Patienten schaden, wenn sie solche anstelle sinnvoller Maßnahmen der wissenschaftsorientierten Medizin anwenden und ihnen somit ein evidentermaßen überlegenes Vorgehen vorenthalten.>

Ja, das trifft in Einzelfällen sicher zu. Kein Argument gegen den Heilpraktikerberuf.

<Ein der Patientenversorgung verpflichtetes Gesundheitssystem muss von unbelegten und überzogenen Heilsversprechen gänzlich freigehalten werden.>

Das trifft voll zu und soll durch das für alle Anbieter geltende Heilmittelwerbegesetz mit Strafandrohung verhindert werden. Doch es gibt immer Menschen, die sich nicht an Gesetze halten.

<... scheinbar „gute Erfahrungen“nicht vorschnell als Nutzenbelege misszuverstehen....>

Ja, das ist eine Gefahr immer in der KAM und Heilkunde überhaupt (Problem Anwendungsstudien in der Schulmedizin).

<Patienten suchen Heilpraktiker maßgeblich deshalb auf, weil sie das, was Heilpraktiker anbieten, von der wissenschaftsorientierten Medizin nicht zu erhalten glauben oder auch wirklich nicht erhalten können. Muss man Patienten dann davor schützen, ihre Gesundheit zu gefährden?>

Das trifft nicht nur für Heilpraktiker sondern für alle Anbieter von KAM von der Grundidee her zu. Und die Frage hat der Gesetzgeber längst beantwortet, auch durch die Einführung des Heilpraktikerberufes: Ja, es soll die Wahlfreiheit der Patienten betreffend Heilmethoden und Heilbehandler geschaffen und erhalten werden.

<Andererseits kann es ethisch nicht hingenommen werden, wenn Patienten die mitunter weitreichende Entscheidung, exklusiv auf AM zu setzen, vor allem in Ermangelung umfassender und wahrhaftiger Aufklärungsangebote treffen ...
Schwierigkeiten, wie man sie auch aus anderen Bereichen der medizinischen Aufklärung und Beratung kennt, scheinen nun aber bei KAM besonders ausgeprägt. Erstens: Wenn Ärzte und Heilpraktiker ihre Patienten, wie geboten, über die fehlende wissenschaftliche Absicherung und fehlende professionelle Akzeptanz von KAM aufklären, senken sie absehbar die Nachfrage nach den eigenen Behandlungsangeboten. Dies steht jedoch ihren ökonomischen Interessen entgegen und zum Teil auch ihrer Haltung zum methodischen Vorgehen der wissenschaftsorientierten Medizin. Ähnlich problematische Interessenkonflikte treten etwa auch bei den sogenannten IGe-Leistungen auf und müssen hier wie dort durch strukturelle Maßnahmen entschärft werden..>

Wieder im Grunde zutreffend und ein grundsätzliche Problem ansprechend (nicht nur scheinbar bei der KAM besonders ausgeprägt): Jede Heilbehandlung ist inzwischen zu einem Wirtschafts- und Gewinnfaktor geworden. Die Gefahr, aus eigenem „Verkaufsinteresse“ unzureichend, nicht objektiv, gar lenkend aufzuklären ist gegeben.



Die Aufklärungspflicht, schon um den Straftatbestand der Körperverletzung abzuwehren, gehört zum Heilpraktikerberuf dazu. Dennoch kann es sein, dass der Wunsch, seine Angebote zu verkaufen da größer ist. Bei Ärzten wie Heilpraktikern. Es wird wohl nicht zu unrecht auch über unnötige Opertationen geklagt. Deswegen der Hinweis auf die ärztlichen Ige – Leistungen als „Zusatzgeschäfte“. 

Doch kein Grund, den Heilpraktikerberuf für Fehler Einzelner haftbar machen zu wollen.

Es bedarf keiner Änderungen betreffend den Regeln für den Heilpraktikerberuf. Insbesondere würden diese niemanden abschrecken dagegen zu verstoßen, der auch bisher Regeleinhaltung für sich als unnötig ansah. Und auch gegen Schäden, die durch Ärzte bewirkt werden, die nicht nur KAM anbieten – war ja auch die Rede davon – hilft so etwas niemals.


Der Sinn und Zweck des Memorandums ist im Grunde nicht im Blick auf Heilpraktiker zu sehen, sonder erscheint vielmehr mit diesen als Vorwand gegen die KAMs gerichtet zu sein. Denen stehen die Interessen der Autoren und Unterzeichner des Memorandums entgegen.

Dieses Memorandum ist, was den Heilpraktikerberuf betrifft, eine „Seifenblase“ ohne praktischen Wert. Es werden uralte Kamellen in den Mund genommen, Vorschläge gemacht die schon früher immer mal wieder kamen und als abwegig verworfen wurden. Man hat keine neuen Probleme entdeckt, die nun ein Einschreiten des Gesetzgerbers verlangen könnten. Viel Lärm um nichts.

Der Gesetzgeber sah und sieht auch künftig keinen Sinn und keine Notwendigkeit, wegen Fehler und Gesetzesübertretungen Einzelner – weder durch Ärzten noch durch Heilpraktikern in der Ausübung der KAMs – den Heilpraktikerberuf abzuschaffen oder die KAMs zu verbieten.

Allenfalls könnten einige Heilpraktiker, die sich im Selbstwert verletzt fühlen, unnötig protestieren.

Montag, 26. Juni 2017

Überlegungen zur Impfdiskussion/ Impfpflicht

Grundsätzliches zur Impfdiskussion:

Es gibt keinen sachlichen und fachlichen Grund, Impfungen als probates Mittel der Prophylaxe grundsätzlich abzulehnen oder gar zu verdammen.

Impfungen sind Mittel der Prophylaxe, das bedeutet sie finden ihren Einsatz aus rein statistischen Gründen, die eine Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Falles vorhersagen wollen. Eine Aussage auf die jeweilige konkrete Person bezogen ist nach den Kenntnissen heute nicht möglich. Auch betreffend der Risiken der jeweiligen Impfung ist nur eine statistische Wahrscheinlichkeit zu benennen. Keine auf die jeweilige Person zu treffende Aussage des tatsächlichen oder nur wahrscheinlichen Eintretens eines negativen Ereignisses – und ggf. welchen. In wenigen Fällen lässt sich konkret auf die Person bezogen feststellen, ob einen erhöhte Wahrscheinlichkeit eines schwereren Verlaufes der vorzubeugenden Infektionskrankheit oder schwererer Impfreaktionen, über die Folgen eines Stiches oder „Unpässlichkeiten“ hinaus, besteht. Das muss nicht das sichere Eintreten dieser Folgen bedeuten.

Grundsätzlich hat eine Impfung NUR am Gesunden zu erfolgen, wenn es um reine Prophylaxe geht.
Der besondere Schutz von besonders anfälligen oder aufgrund von Vorerkrankungen besonders durch die vorzubeugende Krankheit konkret gefährdeten Personen kann davon eine Ausnahme darstellen, die aber nicht zur Regel gemacht werden darf. Fachliche Abklärung in besonders sorgfältige Weise ist notwendig zum Eine zur Feststellung der Gesundheit zum anderen zur Feststellung und Abwägung, ob im Erkrankungsfall geimpft werden kann/sollte.

Da es sich um keine notwendige therapeutische Maßnahme bei bestehender Krankheit handelt, sondern nur um ein prospektives theoretisches Abwägen von Wahrscheinlichkeiten ist der Entscheidungsfreiheit als Grundrecht besonderes Gewicht zu geben. Dazu bedarf es des Abwägen Könnens der Wahrscheinlichkeiten und der Kenntnisse der möglichen Krankheits- oder Impffolgen durch den, der geimpft werden will/soll oder das ablehnt. Das geht nur mit umfassenden (verständlichen) Informationen und ohne Angstmacherei oder Gewissensdruck.

Der Umstand, dass jemand an Impfungen verdienen könnte, kann sachlich-fachlich zutreffende Argumente nicht entkräften. Das Verschweigen von bekannten Umständen und Risiken mag im Interesse von Firmen nach den Regeln der Kapitalgesellschaften und des geschäftlichen Gewinninteresses zulässig sein. Ist man der Heilkunde verpflichtet und dem Patienteninteresse, das immer auf der Basis der Entscheidungsfreiheit nach umfassender Aufklärung gesehen werden muss, darf das KEINE Rolle spielen. Gesundheit darf nie zur Handelsware verkommen!

Im Patientenschutzinteresses, höheres Rechtsgut als die Berufsfreiheit, wäre eine Trennung des Heilberufes von – auch nebenberuflichen – Interessen in der Wirtschaft muss wieder streng zu fordern. Vage Selbstbeschränkung der Betroffenen reicht nicht!

Es ist nicht einzusehen, warum es einem Arzt nicht zuzumuten sein soll, sich entweder für den Heilberuf (schon durch Gebührenordnungen im Grunde von den Einkommensmöglichkeiten begrenzt) mit seiner absoluten Patientenzentriertheit zu entscheiden oder in der Marktwirtschaft tätig zu sein, und nach Verkaufserfolg, Kapitalertrag usw. bezahlt zu werden.

Dem Heilkundler ist es zugemessen, kraft seine Fachkenntnisse und seiner absolut dem Patientenwohl (darüber entscheidet der Patient) darüber zu entscheiden, ob und welche Produkte der Markt - und Kapitalertragswelt er seinem Patienten empfiehlt. Da der Patient auf die Fachkenntnisse des Arztes/Heilkundlers angewiesen ist, muss sich dessen Handeln der Kontrolle unterziehen lassen. Nicht durch ihn selbst oder von ihm bestimmte Personen der „Selbstverwaltung“, die vielleicht ihrerseits Einkünfte außerhalb der Heilkunde durch den „Markt“ beziehen..

Kapitalinteressen oder persönliches Gewinnstreben des Heilberuflers dürfen niemals für sein Handeln bestimmend sein und Aufklärung und Beratung lenken. Da muss die Haftung entsprechend streng verankert sein und zwingend penibel das Handeln überwacht werden. Sofern die Selbstverwaltung der Heilkundler das nicht leisten kann oder will, wäre diese durch eine neutrale Aufsichts- und Entscheidungsstelle zu ersetzen. Insbesondere dann, wenn es sich darum handelt, dass Patienten in rein statistisch basierte Präventionsmaßnahmen einwilligen sollen, die Umsätze des „Marktes“ fördern könnten.

Das wäre im Sinne des Patientenschutzes auch notwendig, wenn irgend ein Impfzwang gesetzlich festgelegt werden sollte. Keine Selbstkontrolle für die Berufsgruppe, die zu Schäden führen könnte, sondern staatliche „Aufsichtspflicht“ (das aufsichtsführende Fachpersonal darf natürlich keine „Doppelinteressen“ haben und sollte mit dem nicht ärmlichen staatlichen Gehalt als Einkommensquelle zufrieden sein) und auch entsprechende Gesetze mit Regelung zur Schadensminderung/ zum Folgenbewältigen. Das erfordert natürlich entsprechende Regelungsbereitschaft der Politik, die wieder umdenken müsste und die Heilkunde nicht mehr als Marktbestandteil sehen sollte, sondern als nicht käufliches Umsetzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit für jeden (Krankheitsbehandlung und Vermeidung darf KEINE Handelsware werden).

Dazu gehört auch die freie Entscheidung über Impfenlassen oder nicht. Insbesondere gehört dazu, dass die freie Wahl gewährt wird, betreffend welchen Impfungen man des Recht, diese sich geben zu lassen, einfordern möchte.

Einer Impflicht gegen was auch immer steht die inzwischen ohne wirkliche heilkundliche Notwendigkeit eingeführte Marktpraxis entgegen, dass man sich nicht mehr (oder nur mit Mühen) zu einer Impfung, und nur der, entscheiden kann, die man tatsächlich möchte. Für jede einzelne Impfung gegen eine bestimmte und genau definierte Infektionskrankheit ist nach dem Grundgesetz nachzuweisen, dass eine Impfpflicht tatsächlich das einzige oder angemessendeste Mittel ist, um Gefahren abzuwenden (nicht um einen Nutzen zu erzeugen!).

Wenn man das betreffend Masernimpfung tut, muss ZWINGEND sicher gestellt sein, dass ohne große Aufwände auch ein Impfstoff genau dagegen und nur genau dagegen, mit hinreichender Wirksamkeit und Sicherheit, zur Verfügung steht. Durch die feste Kombination mit Impfstoffen gegen andere Krankheiten ist das beim Masernimpfstoff weitgehend unmöglich GEMACHT worden. Man darf keine Impfung gegen andere Krankheiten (gegen die man nach den Regeln des Grundgesetzes keine Impfpflicht begründet hat) dadurch erzwingen, dass man die gesetzlich vorgegeben Impfung nur in Kombination mit anderen (gesetzlich nicht vorgegebenen) möglich macht.

Eine in der Sache bisher nicht wirklich begründbare Impfpflicht (das Grundgesetz interessiert sich nicht dafür, was andere Länder tun!) gegen Masern begründet keinesfalls, warum, verbunden damit, auch gegen Polio oder Mumps oder sonst was zusätzlich geimpft werden MUSS! Das wäre ein unzulässiger Eingriff in die Entscheidungsfreiheit und die körperliche Unversehrtheit.

Das ist den Politikern sehr wohl klar. Wenn ein Gesundheitsminister eine (strafbewehrte) Beratungspflicht zu Impfungen ALLGEMEIN einführt, ist geschehen, jedoch keinen Grund (keine Möglichkeit) sieht, eine gesetzliche Impfpflicht gegen Masern zu verankern, so zeigt das vielleicht auch, dass das durch die Impfindustrie geschaffen Problem des Fehlens von Einzelimpfstoffen der Politik nicht verborgen geblieben ist, damit eine Impfpflicht nur gegen Masern nicht (mehr) umsetzbar ist?

Also als Konsequenz Impfberatungspflicht betreffend auch den mit dem Masernimpfstoff fest verbundenen anderen Impfungen erzwingen? Um da eine Akzeptanz zu erreichen?

Gerade da ist der jeweils als Heilkundler aufklärende Mensch gefragt, umfassend und ehrlich, fachlich fundiert, ohne Erzeugen von Gewissensnöten und Ängsten, dem Patienteninteresse, das kein Marktinteresse ist, gemäß zu handeln.

Doch mit zutreffenden und nicht irgendwie falschen oder „um die Ecke gedachten“ Propagandaargumenten, wie das von einigen der Impfkritiker vorgebracht wird, ist da nichts zu machen. Es macht keinen Sinn für die Glaubwürdigkeit, angeblich unzutreffenden und/oder unvollständigen Informationen der Impfbefürworter/-industrie genau solche entgegen zu setzen. Das schadet der Sache einer bewussten und freien Entscheidung für oder gegen Impfen betreffend einzelne Krankheiten eher, als es nützt.

Jeder, der eine Impfberatung/Impfaufklärung erhält sollte diese selbst genau für sich protokollieren – und abzeichnen lassen, zeitnah zur Beratung und vor einer Impfung - (siehe auch Bankberatung) mit allem, was tatsächlich vorgetragen wurde, so wie er das verstanden hat.

Das wird auch – wenn auch nur beschränkt – für „Manipulatoren“ der einen oder anderen Richtung zum Risiko. Impfung ohne umfassende objektive Aufklärung ist (kann sein) Körperverletzung und sollte als solche strafrechtlich geprüft werden betreffend er zwingend anzufertigen Dokumentation über Inhalte der Aufklärung.

Die Aufklärenden haben dafür zu sorgen, dass sie für diesen Aufwand entsprechend entlohnt werden können. Nicht aus der Kasse von Mitgliedern einer Versicherung sondern aus Steuermitteln (Gemeinschaftsaufgabe aller Bürger, nicht nur der gesetzlichen Krankenkassenmitglieder).

Soweit meine Überlegungen zu diesem Thema, mit, was Kontrolle, auch durch Selbstverwaltung, betrifft recht „utopischen“ Ideen.

Copyright K.-U.Pagel  06 2017

Dienstag, 20. Juni 2017

Impfkritik, was so berichtet wird

Impfkritik: Impfungen haben die Spanische Grippe ausgelöst?


Es gibt die Impfungen gegen verschiedene Infektionskrankheiten. Diese schützen in vielen Fällen den hinreichend Geimpften davor, die jeweilige Infektionskrankheit zu bekommen. Es gibt also gute Gründe dafür, dass sich jemand für sich oder seine Kinder für eine Impfung entscheidet. Natürlich nach objektiver Aufklärung über Risiken und Notwendigkeiten.

Es ist so mit den Impfstoffen, wie es immer ist, wenn Neues entwickelt wird. Zunächst sind die benutzten Materialien/Impfseren im Grunde von Effekt und Nebenwirkungen auf längere Sicht unklar. Sofort und kurzzeitig nach Impfung auftretenden Effekte/Nebenwirkungen fallen erkennbar ins Auge und werden registriert. In der Geschichte der Entwicklung von Impfstoffen ist zu berücksichtigen, dass die Erkenntnisse der Medizin im Verhältnis zu heute noch recht gering waren. Gering, was die Ursachen/Auslöser für Infektionskrankheiten sind. Bakterien (erste Beschreibungen um 1780, van Leeuwenhoek) als Krankheitserreger wurden erst ab ca. 1880 erkannt. Viren erst ab 1935 identifiziert.

Ein Überblick über die Entdeckung der Krankheitserreger z.B. bei:


In diesen Anfangszeiten, in die die Spanische Grippe fällt (drei Wellen auf, im Frühjahr 1918, im Herbst 1918 und in vielen Teilen der Welt noch einmal 1919), war die Medizin bei der Behandlung von Infektionskrankheiten noch relativ machtlos. Keine Antibiotika gegen Bakterien, keine antiviralen Medikamente, Aspirin als Mittel gegen Schmerzen und Fieber. Die Idee des Impfens, Gabe von abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern, um den Körper anzuregen, Abwehrstoffe gegen die „echte“ Infektionskrankheit bereits im Vorfeld der Infektion bereit zu stellen um einen Infektion zu verhindern oder den Verlauf leichter zu machen, war noch nicht vollständig ausgereift. Es gab erste Impfstoffe, länger schon den gegen die Pocken.

Die Herstellung der Impfstoffe war lange nicht so präzise möglich, wie heute und noch lange war es nicht möglich, so sicher wirksame und viele Risiken vermeidende Impfseren zu produzieren. Das war aber im Grund damals egal: Zu bedrohlich waren die Infektionskrankheiten und zu gering die effektiven Mittel dagegen. Dazu waren erhebliche Übertragungsrisiken zwar bekannt, aber kaum behebbar oder behoben: Das immer dichte zusammen Wohnen, teil unter miserablen hygienischen Bedingungen, schlechter Ernährungs- und gesundheitszustand unter schlechten Lebensbedingungen eines nicht geringen Teils der Bevölkerung. Besonders in den größeren Städten.

Auch wenn Impfungen hier einen Schutz bieten könnten, waren diese unter der Bevölkerung längst nicht so verbreitet, wie heute. Das auch, weil damalige Impfstoffe häufig akute heftige Nebenwirkungen hatten, manchmal Krankheitssymptome machten, die der durch Impfung zu verhindernden Krankheit ähnelten. Auch heute kennt man das noch, z.B. die „Impfmasern“.

So wurden manche Impfungen nur selten und nur aus besonderen Gründen angewendet, wie die Typhusimpfung, die ärztliche Nachbeobachtung erforderte. Gerade Typhus war wegen der schlechten Abwasserhygiene mancher/vieler Städte eine Herausforderung.

Gerade Sammelunterkünfte, wie z.B. Kasernen, Heime, waren die typischen Orte, an denen sich Infektionen rasch ausbreiten konnten und dann durch viele Zwischenträger unter der Bevölkerung verteilt werden konnten. Das ist auch heute noch ein Problem (z.B. die Sammelunterkünfte von Asylbewerbern mit oft schlechtem Gesundheitszustand durch lange Flucht und vorher schlechte Lebensbedingen in Kriegsgebieten).

Impfungen waren, wenn auch nur für einen Teil der Bevölkerung in Deutschland und Europa mengenmäßig überhaupt verfügbar, da eine Lösung des Seuchenproblems, auch unter dem Wissen der „Nebenwirkungen“ der damaligen Impfstoffe.

Die Impfstoffe heute sind nicht mehr mit denen von früher vergleichbar. Viele (negative) Erfahrungen haben zu Verbesserungen geführt und es werden immer wieder Impfstoffe dem Kenntnisstand angepasst. Wer von damals auf heute schließen will, gar etwas übertragen will, der beachtet so manches nicht. Schnell kann so eine irreführende „Information“ für den Impfwilligen entstehen.

Jeder sollte das Recht haben, sich frei für Impfungen zu entscheiden, auch für seine Kinder – niemand sollte dazu gezwungen werden.


Es gibt Menschen, die sich nur für einige der Impfungen entscheiden, andere für sich oder ihre Kinder als nicht notwendig ablehnen. Es gibt Menschen, die sich generell gegen Impfungen für sich und ihre Kinder entscheiden.

Dieses Recht zur Selbstbestimmung steht jedem zu. Weder die Impfbefürworter haben jemanden gegen dessen Willen eine Impfung aufzudrängen noch haben die Impfgegner das Recht, dem Impfwilligen bestimmte oder alle Impfungen schlecht zu machen, gar schlechtes Gewissen oder Ängste zu erzeugen.

Hinweise darauf, dass mit Impfungen nur Geschäfte werden sollen, unter Verschweigen bekannter Risiken, können keine sachlich zutreffenden Argumente zu den Impfungen und den Krankheiten ersetzen, denn auch die „Alternativen“ suchen ihren Markt. Unterstellungen von Böswilligkeiten bei den anderen und Verweise, dass nur man selbst die (Unterdrückte) Wahrheit verkünde, ist kein Argument und ebenfalls umkehrbar.

Ich beobachte, dass derzeit wieder massiv versucht wird, mit unzutreffenden, halbwahren oder einfach uminterpretierten (Tatsachen-) Behauptungen bei Impfwilligen Ängste vor den Impfungen zu schüren.

Dabei werden auch soziale Medien/Netzwerke benutzt, um „Berichte“ und andere Informationen über die Gefahren und Schäden durch Impfungen zu verbreiten – verlinken - teilen. Teils auch mit abgeschalteten Kommentarfunktionen, sodass niemand auf unzutreffende Aussagen eingehen kann. Eine Form der Diktatur von einseitigen Meinungen und Informationen?


Ein Beispiele:

Um die Schädlichkeit von Impfungen zu belegen wird ein Beitrag aus „Zentrum der Gesundheit“ (ZdG) aus dem Jahre 2016 verbreitet (in Sozialen Netzwerken geteilt).

Überschrift „Spanische Grippe - Eine JahrhundertlügeDer/die Verfasser/in wird nicht namentlich genannt.


Es finden sich Aussagen wieder, die bereits im Mai 2009 verbreitet wurden:

Titel damals: „Spanische Grippe 1918“


Zitat (jeweils kursiv) aus dem (anonymen?) Beitrag des ZdG – mein Kommentar jeweils in Normschrift darunter:

Auffällig ist, dass die Spanische Grippe die Eigenschaften genau jener Krankheiten hatte,
gegen die diese Leute direkt nach dem 1. Weltkrieg geimpft worden waren (Pest, Typhus,
Lungenentzündung, Pocken). Praktisch die gesamte Bevölkerung war mit giftigen Impfstoffen
verseucht worden.

Da fällt auf: Die erste beiden Wellen der Spanischen Grippe liefen bereits während des 1. Weltkrieges, der erst im November 1918 zu ende ging. Die Spanische Grippe trat in drei Wellen auf, im Frühjahr 1918, im Herbst 1918 und in vielen Teilen der Welt noch einmal 1919.

Es ist also unmöglich, dass die betroffenen Menschen der ersten und zweiten Welle dann schon geimpft worden sein können, wenn die Impfungen direkt NACH den 1. Weltkrieg stattfanden. Wie kann praktisch die ganze Bevölkerung damals mit giftigen Impfstoffen verseucht gewesen sein, wenn es in den meisten Teilen der Welt, in der diese Grippe auch auftrat so gut wie keine Impfungen gab und auch in Europa und den USA keine Massenimpfungen stattgefunden hatten. Gab es damals überall in der Welt Massenimpfungen von Impfungen gegen Typhus und Pest? Welche Lungenentzündung, gegen die geimpft worden sein soll, ist gemeint? Haben die angeblichen Impfstoffe von 1918 noch irgendwas gemein mit den modernen von heute?

Auch in der oben verlinkten andere, älteren Quelle (initiative.cc), eine ähnliche Aussage (als Zitat einer angeblichen damaligen Beobachterin):

Die Krankheit hatte die Eigenschaften des schwarzen Todes (der Pest), der typhusartigen Diphtherie, der Lungenentzündung, der Pocken und der Kinderlähmung in einem... und alle die Leute, die erkrankten und starben, waren mit (gegen?) diesen Krankheiten direkt nach dem 1. Weltkrieg geimpft worden.

Fakt ist, dass es Jahre VOR 1918 bereits Impfungen, vor allem von Frontsoldaten (längst nicht alle nahmen daran teil!), gegen Pocken, Typhus, Cholera, Ruhr – also typische Erkrankungen unter solchen miserablen Hygiene- und Lebensbedingungen gab – mit den damaligen Impfstoffen. Doch die haben ja nichts mit der Spanischen Grippe vor Kriegsende 1918 zu tun, und nichts mit Impfungen danach. Selbstverständlich waren solche Impfungen von Frontkämpfern nötig, da bereits Tausende von Soldaten an den Infektionen erkrankt und gestorben waren.

Ein Grund für die rasche Ausbreitung der Grippe in den letzten Kriegsmonaten ist sicher in den Lebensbedingungen der Soldaten im Feld und in den dicht belegten Kasernenunterkünften und Lagern zu sehen. Dazu den schlechten Ernährungs-und Lebensbedingung auf dem Schlachtfeld und auch in der Heimat. Auch in den USA lebten Soldaten dicht an dicht in Kasernenunterkünften, steckten sich und massenweise die Bevölkerung an, wenn sie in die Umgebung gingen. War die Bevölkerung der USA (da kommt die angebliche Augenzeugin her) vor Beginn der ersten Grippewelle nahezu flächendeckend durchgeimpft?

Und was ist gemeint,wenn es heißt die Spanische Grippe hätte die Eigenschaften der Erkrankungen, gegen die vorher geimpfte worden wäre? Gleiche Symptome? Oder nur ansteckend wie diese? Was ist eine „typhusartige Diphtherie“?

Wir wissen: Menschen mit manchen akuten und chronischen Vorerkrankungen haben deren Symptome auch weiterhin, wenn sie die Influenza dazu bekommen. Entsprechend kann die Grippe dann der Tropfen sein, der den vorbelasteten Körper „ertrinken“ lässt. Das war auch damals so.

Menschen mit Typhus hatten die Symptome des Typhus und überlebten dann wegen der Zusatzinfektion mit Grippe diese Typhus nicht. Typhus war damals immer mal auch in Großstätten im Deutschen Reich (vor allem Abwasserhygienemängel) eine Plage. Lungenentzündungen, egal welcher Ursache, waren bei Soldaten, die gesundheitlich geschwächt waren und bei der geschwächten Zivilbevölkerung nicht selten. Dazu dann die Grippe als Förderer des Versterbens. Tuberkulose war eine verbreite Krankheit in all den Ländern, in denen die Grippe sich verbreitete. Es ist kein Wunder, wenn dann Tuberkulosekranke, die zusätzlich die Grippe bekamen, sterben konnten.

Dazu kommt gerade bei den Soldaten im Krieg, die miserable kriegsmedizinische Situation. Die Ärzte waren weder von der Ausbildung noch von der Ausstattung damals für die Aufgaben gerüstet. Ein Beitrag des Spiegel oder auch des Ärzteblattes (nichts für schwache Gemüter) vermag einen Eindruck vermitteln, auf wie wenig Gegenwehr die Grippeerreger stoßen mussten:


Aber die Grippe damals hat nicht die Symptome von z.B. Typhus oder Pest gemacht, sonst wäre sie als Typhus oder Pest diagnostiziert worden, trotz den beschränkten Diagnosemitteln damals.


Zitat aus dem ZdG-Beitrag: „Soweit bekannt ist, erkrankten ausschliesslich Geimpfte an der spanischen Grippe. Wer die Injektionen abgelehnt hatte, entging der Grippe. So auch die Augenzeugin Eleanora McBean:...“

Es ist nicht bekannt, dass ausschließlich Geimpfte an der Spanischen Grippe erkrankten. Wer hat damals überhaupt in den vielen verschiedenen Ländern das notiert? Und vor allem, wäre dann doch in Ländern, in denen fast keine Menschen geimpft waren, die Ausbreitung – entgegen den Fakten – gar nicht möglich gewesen. Und für was ist diese Person damals 1918/1919 Augenzeugin gewesen? Hat sie die USA bereist? Europa? Asien? In welcher Region der USA lebte sie?

Wie viele Menschen – darunter auch Frontsoldaten -, die nicht geimpft waren starben an den entsprechenden Seuchen? Wie viele Menschen, die diese Krankheiten überstanden hatte, starben an er Grippe? In den verschiedenen Ländern, in denen sie auftrat? Es gibt keine verlässlichen Zahlen dazu, nur reine Spekulationen und Legenden zu den Grippekranken aufgrund von Impfungen nach Auftreten der ersten Wellen. So wie hier im ZdG-Beitrag.

Sie (die Augenzeugin) wird zitiert (aus einer Übersetzung und Bearbeitung eines englischen Textes durch einen Impfkritiker, Hans Tolzin): „"Meine Familie hatte alle Schutzimpfungen abgelehnt, also blieben wir die ganze Zeit wohlauf. Wir wussten aus den Gesundheitslehren von Graham, Trail, Tilden und anderen, dass man den Körper nicht mit Giften kontaminieren kann, ohne Krankheit zu verursachen."

Soll das etwas ein Versuch sein, zu beweisen, dass solche Gesundheitslehren, die im Grunde der alten Humoralpathologie entstammen, wirksam sein sollen?

Was kann so eine Einzelaussage Jahrzehnte später noch zum Geschehen auf der Welt belegen? Und vor allem, was kann diese belegen zu dieser Darstellung:

Nach der Unterüberschrift „Höchste Todesrate unter den geimpften Soldaten“ folgt de Aussage: „Cassel zitiert noch eine weitere Autorin, Anne Riley Hale aus dem Jahr 1935: "Wie jedermann
weiss, hat die Welt noch niemals solch eine Orgie von Impfungen aller Art gesehen, wie die
unter den Soldaten des (ersten) Weltkriegs." Auch diese Autorin stellt fest, dass gerade unter
den "gepiekten Männern der Nation" die höchste Todesrate bei Tuberkulose auftrat.


Was hat das, die Tuberkuloserate bei Soldaten unter den miserablen Hygiene – und Lebensbedingungen des Schlachtfeldes und der Lager, mit der Spanischen Grippe zu tun? Es ist ein Segen unter diesen Bedingungen, die jedwede Infektionskrankheit rasant sich ausbreiten lässt, wenn man damals schon erste Impfstoffen hatte. Viele Soldaten wären an solchen Infektionskrankheiten wie Gelbfieber, Typhus usw. gestorben. Schon die Grippewellen des letzten Kriegsjahres 1918 (Grippeviren waren unbekannt, Impfung dagegen gab es nicht) haben große Zahl von Soldaten betroffen, die natürlich allein schon wegen der extremen psychischen und physischen Belastungen der Umstände der Grippe erlagen. Nicht weil sie geimpft waren (soweit man das konnte) sind sie an Grippe verstorben. Weil sie geimpft waren, sind viele nicht an den geimpften Infektionskrankheiten elend verreckt.

Wenn man dem link folgt, der mit den Namen Anne Riley Hale verbunden ist, kommt man zu einem Beitrag, der über ein Buch dieser Person berichtet. Abgesehen davon, dass darin die Existenz von Viren als Ursache von Infektionskrankheiten bestritten wird, findet sich dieses Zitat:
Doch nicht nur die massenhaften Vergiftungen der Menschen mit den Impfstoffen, auch die Übermedikation sowie der allgemein schlechte Zustand der Menschen nach dem schlimmen Kriegswinter 1917/1918 (Unterernährung, hygienische Zustände, psychische Faktoren) liessen die Pandemie entstehen.“
Da wird genau auf die schlechten Lebensbedingungen damals hingewiesen, auf denen einen erhöhte Krankheitsanfälligkeit basiert. Da stellt sich erneut die Frage, welche „massenhafte Vergiftung mit den Impfstoffen“ sollen die Menschen in den Grippegebieten ohne Krieg und ohne geimpfte Soldaten (nur ein Teil der Bevölkerung!) und mit kaum Impfungen überhaupt gehabt haben? Und was ist unter Übermedikation (unter den miserablen Bedingungen 1918) überhaupt zu verstehen?


Zitat aus den ZdG Beitrag nach der Unterüberschrift "Mehr Tote durch Impfung als durch feindliche Gewehre":

Während des ersten Weltkrieges gab es in den USA das geflügelte Wort, es würden mehr Soldaten durch Impfungen umgebracht als durch feindliche Gewehre.

Hieß es nicht: „Mehr Tote durch Infektionen“ oder „mehr Tote durch Mediziner“...?

Der verlinkte Beitrag aus dem Ärzteblatt teilt den Spruch so mit:
der ab Mitte des Jahres 1915 unter Soldaten kursierende Spottspruch, keine Krankheit sei so harmlos, als dass sie nicht
durch Hinzuziehung eines oder mehrerer Militärärzte unmittelbar zum Tode führen könne.


Und weiter der Beitrag des ZdG:

Diese Aussage stamme von Dr. H. M. Shelton, dem Autor von "Vaccines and Serum Evils." Laut General Goodwin habe die britische Armee 7.423 Fälle von Typhus verzeichnet. In der französischen Armee habe es 113.165 Fälle bis Oktober 1916 gegeben. In beiden Ländern sei die Typhus-Impfung Pflicht gewesen.


Für wen war die Typhusimpfung Pflicht und ab wann? Für die gesamte Bevölkerung oder nur für die Soldaten? Auch angesichts der Millionen Soldaten an der Front sind die behaupteten Typhusfälle viele. Nun wäre es wichtig zu erfahren, wie viele der Erkrankten die Impfung - erst Pflicht geworden NACHDEM und weil so viele Fälle aufgetreten sind - nicht erhalten hatten oder nur unzureichend und dann an Typhus erkrankten.

Einen Eindruck auch von der Impf-und Seuchenlage bei Soldaten vermag dieser Beitrag vermitteln:


Weiteres Zitat aus ZdG: „Es gibt also viele Stimmen, die Massenimpfungen als mögliche Ursache der Spanischen Grippe in jener Zeit bestätigen. Diese Dokumente auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, ist ohne Vorliegen der Originalpublikationen natürlich nicht einfach.

Die Überprüfung ist einfach: Es gibt erst seit den 1960er Jahren diese Masernimpfung. Sie kann also keine mögliche Ursache der Spanischen Grippe gewesen sein. Also ist eine solche Stimme (viele Stimmen) erkennbar unwahres Gerede?

Aus den aufgezählten Schlussfolgerungen des ZdG Beitrages zitiert:
Die Symptome der Spanischen Grippe sind als mögliche Wirkung von Impfungen
bekannt.
Mehrere Ansteckungsversuche mit gesunden Freiwilligen, die von Erkrankten
angehustet wurden, blieben ohne Folgen. Die Spanische Grippe war also nicht
ansteckend.
Erst die Nachahmung einer Impfung, nämlich Injektionen bearbeiteten
Körperflüssigkeiten von Erkrankten, führte auch zur Erkrankung der Versuchspersonen.

Was sind das für Gedankengänge? Die Symptome einer Grippe sind die Symptome einer Grippe. Die Symptome einer Impfung sind wohl als Impfreaktionen anzusehen. Diese kennt man. Lokale Reaktionen an der Einstichstelle (kein Grippesymptom), kurzzeitige Temperaturerhöhung (kein Grippefieber), vielleicht kurzzeitige Muskel- und Knochenmissempfindungen. Kein typisches „Zerschlagenheitsgefühl“ wie bei einer echten Grippe. Vor allem gibt es solche (übrigens nicht genannten!) Symptome der Spanischen Grippe, wie jeder Grippe, auch bei vielen anderen Erkrankungen – ohne jeden Impfzusammenhang – in mehr oder minder starker Form. Ein völliges „Luftargument“ also. Denn was müsste alles noch Impffolge sein?

Zu den Ansteckungsversuchen schreibt die oben schon verlinkte Quelle (aus der das ZdG seinen Beitrag inspiriert bekam?):


Da ist die Rede von gesunden Matrosen (wo waren die alle schon auf dieser Welt) , die (seit wann?)
im Gefängnis saßen und denen eine Begnadigung versprochen wurde, die teilgenommen haben solle. 39 hätten angeblich keine Grippe vorher gehabt (woher weiß man das?), „„Die Marineärzte sammelten das zähflüssige Sekret aus den Nasen und Rachen todkranker Männer und sprühten es einigen Testpersonen in deren Nasen und Rachen, anderen in die Augen.“

Dann sind es 10 Personen, die sich von Kranken anhusten ließen, bei einer soll Nasensekret eines Kranken in die Nase gerieben worden sein. Niemand davon sein Grippekrank geworden. Ein ähnliches Experiment unter noch strengeren Bedingungen fand in San Francisco statt, diesmal mit 50 in Gefängnissen einsitzenden Matrosen. Das Ergebnis war für die Ärzte gleichermassen unvorhergesehen: „Zu aller Überraschung wurde keine einzige Testperson krank.
Wenn nicht an Grippe, woran erkrankten diese Männer dann? Und waren da nicht Personen dabei, die auch schon geimpft waren? Die hätten je dann sicher erkranken müsse? Mich erinnert das an Experimente, die deutsche Ärzte an Kriegsgefangenen und Häftlingen gemacht haben. Wer rühmt sich heute solcher Taten?

Dass die Spanische Grippe ansteckend gewesen sein muss, ergibt sich aus der Zahl der Erkrankten in kurzer Zeit weltweit. Und daraus, dass viele davon ganz eng unter schlechten Hygienebedingungen zusammenlebten.

Wenn man einem Erkrankten Körpersekrete entnimmt, in denen Grippeviren sein können, und das dann ohne Sterilisation und ohne Fremdeiweiße zu entfernen (?) anderen Menschen injiziert, hat das nichts mit einer Impfung (abgetötet oder abgeschwächte Erreger) zu tun, sondern mit gefährlicher Körperverletzung. Und muss zum Krankheitsausbruch führen. Doch ich kann nicht nachlesen, was so etwas gemacht worden wäre.

Das Fazit des ZdG Beitrages:

Eine angemessene Schlussfolgerung
Die vielfach übereinstimmenden Berichte und Zitate sprechen eher dagegen, dass die
Spanische Grippe durch irgendein mutiertes Virus verursacht wurde, das quasi mit
Überschallgeschwindigkeit für die gleichzeitige Ausbreitung auf mehreren Kontinenten sorgte.
.
Fazit: Die vielfach übereinstimmenden Berichte und Zitate sprechen eher dafür, dass die
Spanische Grippe in Wirklichkeit ein globales Impf-Desaster war.

Von Überschallgeschwindigkeit kann keine Rede sein. Die Berichte und Zitate sprechen nicht gegen eine Viruserkrankung und legen in keiner Weise die Idee eines globalen Impfdesasters nahe. Nicht könnte so etwas als Fakten belegen und im Grunde ist nicht nachzuvollziehen, wie jemand sich eine solche Meinung bilden könnte.

Doch verbreitet sich dieser ZdG Beitrag durch eifriges Teilen in sozialen Netzwerken und Zitieren in Blogs.


Ich habe den Eindruck:

Es ist eine immer wieder benutzte logisch nicht nachvollziehbare Argumentation von (einigen) Impfgegnern: Man stellt Vermutungen an, teils mit erkennbar fehlerhafter Grundlage, ist aber nicht bereit, diese irgendwie nachzuweisen. Man dreht dann das ganze um: die rein spekulative Vermutung gilt als belegt, solange nicht andere (natürlich auf eigene Kosten) mit teuren langwierigen wissenschaftlichen Studien das Gegenteil belegt haben. Etwa in dem Stil: „es laufen viele grüne Marsmännchen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, bei uns herum. Dass man sie nicht sieht, beweist ihre Existenz, denn sie sind ja unsichtbar. Und das gilt so lange, bis jemand nachgewiesen hat, dass es etwas nicht gibt, was es nicht gibt.“

Zum Abschluss noch eine „Anekdote“, die Quelle, aus der sich vielleicht der ZdG Beitrag inspirieren lies, hat veröffentlicht:


Da müssen die Masernimpfungen, die es damals gar nicht gab, für solche unschlüssigen Ideen herhalten:
Zwar gibt es bei keinem Impfstoff einen wissenschaftlich fundierten Wirkungsnachweis in Form eines Vergleichs der Gesundheitsdaten von Geimpften und Ungeimpften, die "veröffentlichte Meinung" ist sich jedoch sicher, dass die Pocken ganz und die Kinderlähmung beinahe durch Massenimpfungen ausgerottet wurden.


Masernimpfungen sollen also Pocken ausgerottet haben und Kinderlähmung beinahe!


Und weiter im Text:
Merkwürdig nur, dass die Massenimpfungen gegen Pocken weltweit ca. 160 Jahre lang ohne jeden Wirkungsnachweis durchgeführt wurden und ihr Ziel nicht erreichten: Erst als die Weltgesundheitsbehörde WHO in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Massenimpfungen schrittweise zurückfuhren, verschwanden die Pocken innerhalb weniger Jahre.
Merkwürdig: Als festgestellt wurde, dass es keine Pockenfälle mehr weltweit gab (in den 70ern) , wurde die gesetzliche Impfpflicht gegen Pocken aufgehoben. Mit Masernimpfungen hat das nichts zu tun. Auch nicht damit, dass Masernimpfungen angeblich schrittweise zugeführt wurde. Die begann sich da erst zu verbreiten. Auch als Doppelimpfung zusammen mit Mumps. Doch eine Masernimpfung gegen Pocken, die weltweit 160 Jahre lang ohne jeden Wirknachweis durchgeführt worden wären? Wer glaubt denn an so was?


Ein aktiver Impfkritiker mit eigener Zeitschrift und Webseite, schreibt betreffend seinem Internetauftritt

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Der Besuch dieser und aller verlinkten Webseiten geschieht auf eigene Gefahr.
Hans U. P. Tolzin


Vielleicht wäre das auch passender Risikohinweis für den ZdG Beitrag? Wer sich nicht in der Lage sieht, Texte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu reflektieren und dazu neigt, Internet-Inhalte kritiklos zu übernehmen, dem sei dringend davon abgeraten, diesen Beitrag zu lesen und die verlinkten Seiten zu besuchen.


Impfkritiker haben es manchmal nicht schwer, einem Laien etwas „vorzumachen“ wenn der die Fakten nicht kennt aber mit eigenartiger Logik konfrontiert wird. Es ist die Aufgabe von Heilkundigen, hier klare Informationen dagegen zu stellen. Schon um Menschen, die sich für sich und ihre Kinder frei für die Impfungen entscheiden nicht in Angst behaftete Zweifel zu treiben. Meine ich.


Freie Entscheidung braucht zutreffende Informationen – ob für oder gegen Impfungen

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