So werden "Fehlinformationsviren" in die Welt gesetzt:
 
 
Ich habe in einem Beitrag zur Impffrage das offenbar reißerische Zitat (Quelle?, der beklagte „Auslober“ selbst?) gelesen
 
<Pharma-Lüge aufgeflogen – BGH-Urteil bestätigt: Masern-Viren existieren nicht
 
Mit Masern-Impfungen an Erwachsenen und vor allem Kindern hat die Pharma-Industrie über 40 Jahre hinweg Milliarden verdient. Die Richter am Bundesgerichtshof (BGH) haben in einem aktuellen Urteil jetzt bestätigt, dass Masern-Viren gar nicht existieren. Mehr noch: Es gibt weltweit keine einzige wissenschaftliche Studie, die die Existenz des Virus bisher nachweisen konnte. Das wirft die Frage auf, was man Millionen von Bundesbürgern über Jahrzehnte hinweg tatsächlich injiziert hat. Ein Impfstoff gegen Masern, kann es dem höchstrichterlichen Urteil nach, nicht gewesen sein.
 
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Masern-Virus-Prozess entschieden. Der I. Zivilsenat des BGH hat das Urteil vom Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) vom 16.2.2016 bestätigt. Die im Jahr 2011 von mir ausgelobten 100.000 € für einen wissenschaftlichen Beweis der Existenz des behaupteten Masern-Virus müssen dem Kläger nicht ausgezahlt werden. Dieser wurde zudem verurteilt, alle Kosten des Verfahrens zu tragen.>
 
 
Man lasse sich diese Aussage durch den Kopf gehen: "Ein Impfstoff gegen Masern, kann es dem höchstrichterlichen Urteil nach, nicht gewesen sein."!
 
 
Was ist tatsächlich geschehen?
 
Aus dem vom BGH bestätigten Urteil des OLG Stuttgart:
 
Es ging um ein "Preisausschreiben" und die Auslegung seiner Bedingungen, nicht um Feststellungen zum Masernvirus und dessen Existenz selbst (Zitat):
 
<Auslobung: Rechtsbindungswille bei einer negativen Auslobung; Auslegung eines Preisausschreibens hinsichtlich des Nachweises des Masernvirus>
Es ging also nicht um die Bestätigung oder Widerlegung, dass das Masernvirus existiert.
Ich gehe mal auf das Verfahren ein: Letztlich ging es um eine Spitzfindigkeit. Ich zitiere aus dem OLG Entscheidungstext:
 
<77
(1) Kriterium: Nachweis durch eine einzige wissenschaftliche Publikation
78
Das Preisgeld wird nach dem eindeutigen Wortlaut der Ausschreibung
79
„... ausgezahlt, wenn eine wissenschaftliche Publikation vorgelegt wird, in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen und darin u. a. dessen Durchmesser bestimmt ist.
80
Das Preisgeld wird nicht ausgezahlt, wenn es sich bei der Bestimmung des Durchmessers des Masern-Virus nur um Modelle oder Zeichnungen wie dieses handelt ...“
81
Nach dem klaren und eindeutigen Wortlaut ist hiernach eine Publikation vorzulegen, in der der Nachweis nach diesen Vorgaben zu erfüllen ist.>
Es sollte also nicht nur darum gehen, dass zum einen die Existenz des Masernvirus mit den wissenschaftlichen Möglichkeiten belegt wird (Beweisen kann man im Grunde in der Biologie kaum etwas), es ging auch zum anderen darum, dass in der selben Arbeit auch der Durchmesser des Virus bestimmt (gemessen, nicht modellhaft berechnet?) wird. Eine reine Spitzfindigkeit, wie ich meine, von der der "Auslober" ausgehen konnte, dass sie nicht erfüllt wird. Denn zum einen gibt es Arbeiten zur Existenz und andere zu Virulenz des Erregers und es gibt auch Arbeiten, die den Erreger sichtbar machten (Elektronenmikroskopisch, aber wie damit messen?). Es wäre nicht zu erwarten, dass nun wegen der Auslobung eines Preisgeldes von nur (im Vergleich zu den Studienkosten) 100.000 € eine gezielt auf die Auslobungsbedingungen neue Studie gemacht werden würde.
Es ist zur Kenntnis zu nehmen , dass das OLG zweifelsfrei darlegte (Zitat):
<04 Die Beweiswürdigung des Landgerichts dahingehend, dass aufgrund des eingeholten Sachverständigengutachtens bewiesen sei, dass die vom Kläger vorgelegten Publikationen in ihrer Gesamtheit den Nachweis für die Existenz und die Erregereigenschaft des Masernvirus belegten und auch die Bestimmung des Durchmessers in der vom Beklagten verlangten Form gelungen sei, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden.>
 
Die Existenz des Masernvirus ist also belegt, jedoch nicht durch eine Einzelarbeit, die gleichzeitig auch die Größe genau gemessen hat. Demnach sind die Bedingung für die Auszahlung des Preisgelden nicht erfüllt, aber die Existenz des Masernvirus ist belegt und nicht erfunden.
Behauptungen, das ein Gericht festgestellt habe, dass das Masernvirus quasi eine Erfindung wäre, ergeben sich aus den Gerichtsbeschlüssen nicht.
Eher, dass die Bedingungen clever gewählt wurden und kaum zu befürchten ist, dass das Preisgeld bezahlt werden müsse.
 
So dann der Schlussabsatz:
 
<22 Im Ergebnis hat die Berufung, soweit sie zulässig ist, jedenfalls Erfolg, weil das Kriterium der Auslobung, den Beweis der Existenz des Masernvirus durch „eine wissenschaftliche Publikation“ zu führen, durch den Kläger nicht erfüllt wurde. Demzufolge stehen dem Kläger auch keine vorgerichtlichen Anwaltskosten zu.>
 
Der Beweis wurde eben nicht durch EINE (1) Publikation geführt sondern durch mehrere, aus deren Summe sich entsprechende Ergebnisse ableiten. Aber eben nicht einen einzige!
Es wäre nicht seriös daraus abzuleiten, dass die Existenz des Masernvirus nicht belegt (bewiesen, soweit wissenschaftlich möglich) sei, erst recht nicht widerlegt.
 
 
Man sollte nicht nachplappern, was Interessengruppen so interpretierend verbreiten!
Das aber geschieht. Eine Person, die im Internet im eigenen Blog diese „Meldung“ weiter verbreitete, hat inzwischen Einsicht gezeigt:
 
 
Das ist lobenswert und spricht für "mara":
 
Ich zitiere:
 
<So, jetzt ist es gut. Jetzt hab ich`s auch verstanden, es geht in dem BGH-Urteil wohl nicht um die Existenz von Masern-Viren, sondern um einen Formfehler.
Und nein, ich habe das Urteil nicht gelesen, sondern nur den Newsletter von Stefan Lanka veröffentlicht. Und da steht nun mal nix von Formfehlern drin.
Ich konnte ja nicht ahnen und habe auch nicht damit gerechnet, dass dieser Artikel innerhalb kürzester Zeit tausendfach aufgerufen und geteilt wird. Nun versuchen einige, die Impfdebatte auf meinem Rücken auszutragen, ja mich sogar anzugreifen.>
 
So kann es kommen, wenn man als Laie einfach etwas verbreitet, was man nicht nachprüft und dessen Quelle auch nicht auf Verlässlichkeit geprüft wurde. Man kann sich der Verantwortung fürs eigene Handeln, das ist auch die Weitergabe von "Informationsviren", nicht entziehen. Und muss deren "Früchtchen" tragen.
 
Hut ab vor „Mara“.
 
(C)  K.-U.Pagel 01.2017